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News / aktuelle Beobachtungen
keine weiteren Informationen vorhanden!07. August 2015, Nachweis des Sand-Wegerichs (Plantago arenaria) in Schiffweiler

Der Sand-Wegerich ist eine eher (süd-) osteuropäisch verbreitete Art, die in Deutschland v.a. im Osten, daneben in einem zweiten Schwerpunkt im nördlichen Teil der Oberrheinischen Tiefebene zwischen Rastatt und Bingen vorkommt. Über weite Teile Deutschlands sind zerstreute, unbeständige Nachweise bekannt (NETPHYD & BFN). Der Sand-Wegerich ist ein Therophyt mit natürlichem Vorkommen auf sonnigen, mäßig trockenen, meist basischen, höchstens mäßig nährstoffreichen, lockeren Sandböden. Außerhalb der Gebiete, in denen entsprechende Primärstandorte vorkommen, tritt er daher typischerweise als Ruderalpflanze auf.

  Im Saarland liegen bislang Nachweise aus 4 MTB-Quadranten ausschließlich aus dem südlichen Landesbereich vor, wo er auf Ruderalflächen der Montanindustrie und Bahnanlagen auftritt.
Plantago arenaria in Schiffweiler, 07.08.2015, leg. ZAPP
Foto: Plantago arenaria nordöstl. Schiffweiler (Foto: A. Zapp)


  Am 07.08.2015 fand ich eine blühende Pflanze im Bereich einer in den letzten Jahren errichteten Windenergieanlage zwischen Schiffweiler und Ottweiler (Minutenfeld 6608/214, Gauß-Krüger-Koordinaten: 2583173, 5472547). Das Umfeld der Anlage wird bestimmt durch Ackerflächen mit aktuell unterschiedlicher Nutzung (Getreide, Zwischenfrucht, Brache). Dazu kommen eingriffsbedingt zahlreiche Offenboden- (Böschungen etc.) bzw. Schotterflächen.
  Standort der Pflanze war eine Ackerfläche mit Kleegras-Einsaat, die aufgrund der extremen Trockenheit im Sommer 2015 nur sehr kümmerlich aufgewachsen war und in der daher auch zahlreiche Arten der Ackerbegleit- und Ruderalflora einen Platz fanden, darunter auch ein einzelnes Exemplar des Sand-Wegerichs.

  Eine kurze Suche nach weiteren Pflanzen im Umfeld blieb ergebnislos. Auffallender Begleiter in diesem Teil der Ackerfläche war der Hasen-Klee (Trifolium arvense), der ähnliche, jedoch eher basenarme Standorte wie der Sand-Wegerich besiedelt.
Literatur:
NETZWERK PHYTODIVERSITÄT DEUTSCHLAND E.V. (NETPHYD) & BUNDESAMT FÜR NATURSCHUTZ (BFN) (Hrsg.) (2013): Verbreitungsatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands, 912 S., Bonn-Bad Godesberg.

Online-Verbreitungskarten:
http://www.deutschlandflora.de/map.phtml
http://www.floraweb.de
________________________________________________________________________________________________A. Zapp

 
keine weiteren Informationen vorhanden!27. Juli 2015, wieder Osmunda-Stöcke im Schusterhannes-Bruch nördl. Bergen

Wie Aloys Staudt in einem News-Beitrag am 3. August 2012 geschrieben hatte (->hier), soll der Bestand des Königsfarns im Schuster-Hannes-Bruch zwischen Bergen und Scheiden erloschen sein.
  Am 27. Juli waren Christine Zehren, Winfried Minninger und ich auf der Suche nach Wahlenbergia hederacea auch am Losheimer Bach und am Rotenbach und sind dann vom Quellgebiet des Rotenbachs noch in das Schuster-Hannes-Bruch oberhalb, nördlich, des dort angelegten Weihers gegangen, um mal nach dem Königsfarn zu sehen. Vorher hatten wir im Quellgebiet des Rotenbachs bei den Gauss-Krüger-2-Koordinaten 2551170; 5490694 sowie 2551163; 5490676 je zwei kleine sterile Stöcke des Königsfarns entdeckt, im Torfmoos wachsend, zusammen mit Viola palustris, Polygonatum verticillatum, Blechnum spicant, Carex echinata, Equisetum sylvaticum und Oreopteris limbosperma.
  Im Schuster-Hannes-Bruch haben wir dann etwa 10 Stöcke des Königsfarns gefunden, allerdings alle ziemlich lädiert durch Wildverbiss und deshalb auch ohne Sporangien. Koordinaten: 2551484; 5490625; dabei Pteridium aquilinum, Scutellaria galericulata, Juncus effusus, Juncus acutiflorus und ganz in der Nähe reichlich Hydrocotyle vulgaris.

Wenn der Naturschutz es für wichtig hält, diesen Bestand zu erhalten, dann muss Folgendes gemacht werden:

1. Der Bestand muss gegen Wildverbiss eingezäunt werden.
2. Die Entwässerungsgräben müssen zugeschüttet werden, das Bruch ist
    schon ziemlich trocken und steht voll mit Molinia caerulea
3. Die umgebenden Hochstauden sollten ein- oder zweimal im Jahr zurückgeschnitten werden.


Ich bin sicher, dass sich der Bestand danach erholen wird.

Die 4 kleinen Pflanzen im Quellgebiet des Rotenbachs könnte man auch einzäunen, dann wäre man sicher, dass sie nicht abgefressen werden. Es ist zu vermuten, dass man bei genauer Suche in diesem Gebiet vielleicht noch mehr kleine Osmunda-Stöcke findet.
________________________________________________________________________________________________R. Mues

 
keine weiteren Informationen vorhanden!10. Juli 2015, zweiter Nachweis der Ritterwanze Lygaeus equestris im Saarland
Fünf Jahre nach dem Erstfund der Ritterwanze von Aloys Staudt in Honzrath (-->hier) gelang der zweite Nachweis im Saarland. Das weibliche Einzelexemplar saß auf einem Blatt einer Gemeinen Hasel (Corylus avellana) am südwestlichen Rand des Campus der Universität in Saarbrücken, am Fußweg neben einer Ruderalfäche. Auch hier sind die Fundumstände ungewöhnlich, da keine der aus der Literatur bekannten Nahrungspflanzen in der Nachbarschaft wachsen.
Ritterwanze in Dudweiler
 Foto: Ritterwanze Lygaeus equestris in der Nähe des Campus der Universität des Saarlandes
___________________________________________________________________________________________H. Kallenborn
 

keine weiteren Informationen vorhanden!10. Mai 2015, erster Fund eines Männchens der Springspinne Carrhotus
                           xanthogramma
 im Saarland

Die Springspinne Carrhotus xanthogramma, in Frankreich hat die Art den Trivialnamen "Saltique carotte", ist in Deutschland nur für 37 Meßtischblattraster belegt (-> Nachweiskarte). Das sind gerade einmal 1 % der bundesdeutschen Raster, oder mit anderen Worten, die Art ist in ihrer Häufigkeit als "sehr selten" bis "extrem selten" zu klassifizieren. Die Mehrzahl der Fundmeldungen stammt aus typischen  Wärme- und Trockengebieten. Aber auch dort ist die Art keineswegs viel häufiger. Ausnahme ist vielleicht das Trockengebiet um Mainz und Rheinhessen , wo die Nachweisdichte signifikant höher liegt. Lediglich 6 der deutschen Fundmeldungen stammen aus der Zeit vor 1990. Dies könnte darauf hindeuten, dass die Art in den letzten 25 Jahren häufiger geworden ist. Viele der aktuellen Fundmeldungen stammen jedoch von Naturfreunden, die heute im Zeitalter des Internets, viel mehr Möglichkeiten haben ihre Beobachtungen "an den Mann zu bringen" als das vor 30 Jahren der Fall war. Eine direkte Vergleichbarkeit der beiden Zeiträume ist somit eigentlich nicht gegeben.
Carrhotus xanthogramma - Männchen
Überschaubarer ist die Situation im Saarland. Der Autor hat hier im Zeitraum zwischen 1990 und 2010 ca. 4200 Aufsammlungen, vor allem mit Barberfallen und Klopfschirm, durchgeführt und dabei Carrhotus niemals nachweisen können. Auch bei zahlreichen Exkursionen in die Wärmegebiete an Mosel und Nahe, sowie nach Lothringen, wurde die Art nur zweimal beobachtet:

         W Duchroth (Nahe),Trockenrasen,17.05.2008, 1 Männchen, obs. A. Staudt & B. Dennemärker

         NE Euvezin (Rupt de Mad), Côte Bourot, Pelouses semi-sèches, 20.05.2014, 1 Männchen,
         obs. A. Staudt & B. Dennemärker

Der Fund bei Euvezin war zugleich der Erstfund für ganz Lothringen (STAUDT 2015).  Nach LE PERU (2007) sind für das Département Meurthe-et-Moselle 24 Spinnenarten bekannt, für das Département Meuse 5 Arten, für das Département Moselle 92 Arten und für das Département Vosge 34 Spinnenarten. Wenn man berücksichtigt, dass mit einer einzigen, intensiv durchgeführten Aufsammlung bereits 40-60 Arten nachzuweisen sind, muss die Datenlage in Lothringen allerdings als sehr schlecht eingeschätzt werden.

Am 10. Mai 2015  konnte ich bei Düppenweiler ein Männchen beobachten, wie es in einem südexponierten Waldsaum am Rande des Natura 2000-Gebietes "Düppenweiler Wiesen" in Kopfhöhe von Blatt zu Blatt sprang. Dies ist aber nicht der Erstfund fürs Saarland, denn wie sich bereits bei den Recherchen zum lothringer Fund im Vorjahr ergab, wurde bereits am 02.05.2008 ein Weibchen bei Rissenthal fotographiert (Heiko Nier, www.matzlpage.de).

Literatur:

LE PERU, B. (2007): Catalogue et répartition des araignées de France. - Revue Arachnologique, Tome 16, 468 S..

STAUDT, A. (2015): Zur Bedeutung der Trockenhänge an Maas und Mosel für die Wanderung thermophiler Spinnenarten über Lothringen in die Saar-Region (Arachnida: Araneae). - Abh. DELATTINIA 40: 1-46 (im Druck)
___________________________________________________________________________________________ A. Staudt
 

keine weiteren Informationen vorhanden!05. Mai 2015, erster Nachweis der Gelechiidae Syncopacma polychromella
                           (REBEL, 1902) in Deutschland

 Der neueste Fund einer für Deutschland neuen Lepidopterenart aus dem Saarland stammt aus dem Kohlenbösch bei Perl-Sehndorf, unmittelbar neben dem schönsten saarländischen Bestand vom Blauroten oder Purpurblauen Steinsamen (Buglossoides purpurocaerulea = Lithospermum purpureocaeruleum). 

 Der schöne und unverwechselbare Falter aus der Gattung Syncopacma ist im Mediterraneum eine weit verbreitete Art und wurde im Mitteleuropa bisher lediglich aus der Steiermark (HABELER, 1997) und aus Osttirol (St. Johann, Oblass, Steinbruch, 850 m, 7.5.2003) gemeldet, wobei die Bodenständigkeit angezweifelt wird.
Eine Futterpflanze wird in der Literatur nicht angegeben (siehe auch Lepiforum).
Syncopacma polychromella
 Dem Autor ist die Art von den Kanaren und aus Spanien bekannt, wo er sie immer auf oder in der Nähe von Echium am Tag gefunden hat. Die Suche nach Fraßspuren der Raupen am Blauroten Steinsamen könnte zum ersten Mal eine Raupennahrungspflanze sowie auch die Bodenständigkeit der Art dokumentieren. 
___________________________________________________________________________________________ A. Werno

keine weiteren Informationen vorhanden!24. Nov. 2014, Schlingnatter noch Ende November aktiv

Am 24.11.2014 sichtete ich bei Optimierungsmaßnahmen einer Buntsandsteinmauer vor einem südexponierten Hang im Ensheimer Woogbachtal eine adulte Schlingnatter (Coronella austriaca LAURENTI, 1768). Die Aktivität des Tieres war bemerkenswert. Beim Filmen in nächster Nähe ihres Körpers startete das Tier einen sehr schnellen (Schein?)Angriff. Erst später bemerkte ich eine kleine Beschädigung am Ärmel meiner Jacke. Die Schlingnatter verschwand nach kurzer Zeit in einer tiefen Ritze der Mauer.
Nach VÖLKL & KÄSEWIETER (2003) wurde eine aktive Coronella austriaca erst einmal später im Jahr beobachtet: LENART sah sie am 02.12.1992 in den Niederlanden. Als Erklärung für die späte Aktivität wird ein fehlendes Winterquartier oder plötzliche Temperaturerwärmung angegeben. Die Temperaturen werden nicht genannt.
Bei meiner Sichtung am 24.11.2014 betrug die Temperatur während der Sichtung um 13.20 Uhr 9°C. An den Vortagen betrug sie etwa 15°C. Es gab keinen plötzlichen Wintereinbruch, und potentielle Winterquartiere sind ausreichend vorhanden.
Bemerkenswert ist, dass die Schlange, die eine Vorzugstemperatur von mindestens 20-29° bis maximal 33°C Körpertemperatur benötigt (VÖLKL & KÄSEWIETER 2003), bei einer Tagestemperatur von 9°C einen so blitzschnellen Angriff starten kann und so schnell anschließend in der Mauerritze verschwindet.
 Ich danke Herrn Martin Lillig für die kritische Durchsicht des Manuskripts.
Literatur:
VÖLKL, W. & D. KÄSEWIETER (2003): Die Schlingnatter, ein heimlicher Jäger. – Beiheft der Zeitschrift für Feldherpetologie 6, Laurenti-Verlag, Bielefeld, 151 pp.
___________________________________________________________________________________________Michael Gab

keine weiteren Informationen vorhanden!24. Juli 2014Fund der mediterranen Springspinne Saitis barbipes in  Saarlouis-Picard

Am Donnerstag, den 24. Juli 2014, bemerkte ich auf dem Teppichboden in unserem Büro in Picard eine sehr kleine, unscheinbare Springspinne. Ich hielt sie zwar nur für ein Weibchen der Springspinne Pseudeuophrys lanigera, die im häuslichen Bereich bei uns überall vorkommt, wollte sie aber doch vor den Schuhen der Kollegen in Sicherheit bringen. Als ich dann das Tierchen in der Hand hielt, fiel mir gleich das kräftige und dunklere dritte Beinpaar mit weißen "Füssen" auf. Nach genauerem Hinsehen war klar, das dritte Beinpaar war nicht nur kräftiger, sondern auch deutlich länger als die drei anderen Beinpaare.

Dieses Merkmal gibt es aber nur bei einer einzigen europäischen Springspinnenart, bei Saitis barbipes. Nun kannte ich aber die Art von Fotos und dort waren die Männchen von Saitis immer sehr farbenprächtig abgebildet. Nur die Weibchen sind unscheinbar bräunlich gefärbt. Bei ihnen ist aber das dritte Beinpaar normal ausgebildet. Mein Tier musste also ein Männchen sein.
Diese Unstimmigkeit verflüchtigte sich jedoch gleich beim anschließenden Fotoshooting. Im Blitzlicht der Kamera verwandelte sich das unscheinbare Tierchen in ein bunt schillerndes, prächtiges Männchen.
  Saitis barbipes
  Foto 1: Saitis barbipes in Saarlouis-Picard
  Die Art wurde auch schon in Belgien und den Niederlanden gefunden. Aus Deutschland wurden Sichtungen im Rhein-Main-Gebiet (NABU-Forum, obs. R. Ortwein, Walldorf, 2011) und in Freiburg (Spinnen-Forum, obs. J. Herzer, 2011 und Spinnen-Forum, obs. H. Helwig, 2011) bekannt. 
___________________________________________________________________________________________A. Staudt

keine weiteren Informationen vorhanden!22. Sept. 2013Corrigiola litoralis auf der Halde Lydia

Die Kohlebergehalde Lydia ist bei Spaziergängern sehr beliebt. Sie liegt am Nordwestrand von Dudweiler, gegenüber von Camphausen. Sie bietet weite Ausblicke auf Dudweiler, den Saarkohlenwald und Fischbach.
    Am 24. 8. 2013 fand ich dort mehrere Exemplare des Hirschsprungs, Corrigiola litoralis. Er ist ein Pioniergewächs, meist auf Sand, wo er schnell von der Sukzession verdrängt wird. Im Saarland gibt es ältere Angaben aus dem Nied- und dem Saartal, von Standorten, die nach F.-J. Weicherding alle erloschen sind. Lydia ist also der einzige aktuelle Fundort. Im grenznahen Lothringen sind ebenfalls aktuelle Vorkommen der Sippe auf Bergbaubrachen bekannt.
    Die Vermutung, dass es dort noch mehr Pflanzen des Hirschsprungs geben könnte, bewahrheitete sich bei einer gemeinsamen Begehung am 22. 9. 13. F.-J. Weicherding und ich fanden auf der Oberfläche noch viele weitere Gruppen, die jeweils wenige bis über hundert Exemplare umfassten. Insgesamt schätzen wir den Bestand auf mehrere tausend Pflanzen. Sie scheinen ungefährdet, auch weil sie wie ihre häufigsten Begleiter, Exemplare des Vogelknöterichs (Polygonum aviculare), ziemlich trittfest sind. Die Gruppen stehen in der Regel am Fuß von kleinen Böschungen, wo sich im Frühjahr vermutlich das Regenwasser gestaut hatte. An den Ufern der zwei aktuellen Teiche fand sich kein Hirschsprung. Er macht also im Sommer seinem Namen „litoralis“ (Ufer-) keine Ehre. Er blüht weiß (s. Fotos) und zwar von Juli bis September.

  Corrigiola litoralis
  Foto 1: Corrigiola litoralis auf der Halde Lydia
____________________________________________________________________________________________P. Wolff

keine weiteren Informationen vorhanden!18. Juni 2013, erster Nachweis des Zünslers Ostrinia palustralis (HÜBNER, 1796 ) im Saarland

In den letzten Jahren wurden über 90 neue Schmetterlingsarten für das Saarland Jahren nachgewiesen, darunter auch einige Neufunde für die Bundesrepublik Deutschland. Somit kommen wir langsam der "2500 Artengrenze" immer näher. Der neueste, zudem auch recht spektakuläre Fund stammt aus einem Garten in den Wiesenauen von Nunkirchen, wo mittels Lichtfang  am 18.06.2013  Ostrinia palustralis nachgewiesen werden konnte.
Der wunderschöne Falter, zugleich mit einer Spannweite von 3,5 - 4,0 cm auch der Größte unserer heimischen Zünsler, ist normalerweise im Norden und Osten von Deutschland verbreitet. Im Westen und Südwesten fehlte die Art bisher. Aus Hessen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg sind keine Funde bekannt, auch nicht aus den angrenzenden Gebieten in Frankreich. In Nordrhein Westfalen wurde die Art erst 1982 ganz im Norden nachgewiesen.

Die feuchten Wiesenauen des Nunkircher Baches mit eingestreuten kleinen Teichen in den Hausgärten passen gut zum bevorzugten Biotoptyp dieses Zünslers.

  Ostrinia_palustralis.jpg
  Foto 1: Ostrinia palustralis
_________________________________________________________________________________________________A. Werno

   
keine weiteren Informationen vorhanden!28. Nov. 2012, Nachweisboom der Schüppchenflechte Normandina pulchella (Borrer) Nyl. im Saarland.
  Normandina pulchella ist der in Mitteleuropa einzige Vertreter einer Flechten-Gattung, die auch weltweit nur eine Art (BRODO et al. 2001) umfasst. Die Flechte besteht aus meist 1 mm, seltener bis 3 mm großen muschelförmigen, blaugrünen Schüppchen, deren Ränder einen feinen Wulst aufweisen und bei älteren Thalli sorediös aufreißen können. Sie tritt in der Regel in kleinen Kolonien auf, die Rinden-Moose besiedeln, dort können sie bis dezimetergroße Flächen bedecken (Foto 1). Trotz ihrer geringen Größe ist die Flechte eine durchaus attraktive Erscheinung, was auch in "Kosenamen" wie "hamsteroortjes" (holländisch, Hamsteröhrchen) und "elf ear-lichen" (englisch, Elfenohr-Flechte) zum Ausdruck kommt.

N. pulchella ist mitteleuropäisch-mediterran und subatlantisch (ozeanisch) verbreitet und gilt allgemein als zerstreut bis selten. In Deutschland meidet sie, nach derzeitigem Kenntnisstand, kontinental getönte Gebiete. In manchen Bundesländern ist sie daher bisher eine ausgesprochene Seltenheit, in Baden-Württemberg dagegen in vielen Rasterfeldern vertreten. In anderen Bundesländern kann der Status der Flechte aufgrund der unzureichenden Datenlage nicht bewertet werden (WIRTH 2010). In der Flechten-Checkliste des Saarlandes (JOHN 2007) wurde die Art noch nicht aufgeführt, erst 2009 bei Oberwürzbach vom Verf. gefunden. Bis Anfang 2012 folgten durch denselben Beobachter nur zwei weitere Nachweise im Südosten des Saarlandes. V. John und V. Wirth fanden N. pulchella im Frühjahr 2009 bei Selbach im nordöstlichen Saarland. Nach weiteren Funden im März 2012 bei St. Ingbert durch den Verf. lieferten intensive Nachforschungen im Südosten des Saarlandes innerhalb weniger Wochen (Mitte März bis Ende Mai 2012) Belege in 63 Minutenfeldrastern (s. Verbreitungskarte).


Foto 1: Ein reiches Vorkommen von Normandina pulchella über dem Lebermoos Frullania dilatata wachsend.
 

N. pulchella besiedelt epiphytische Moose und ist in verschiedenen Waldgesellschaften (außer Fichtenforsten) zu Hause, wo sie halbschattige, luftfeuchte Standorte bevorzugt. Die Moosdecken, auf denen sie zu erwarten ist, sollten der Rinde des Baumes flach anliegen. Die im Saarland auf bislang 21 Moos-Arten nachgewiesene Flechte wurde hauptsächlich auf dem Lebermoos Frullania dilatata wachsend sowie auf dem Laubmoos Hypnum cupressiforme angetroffen, die beide zusammen 70% der Substrate ausmachen. Nur selten ist sie in Mooslücken auch auf nackter Rinde/Borke zu finden. Die am häufigsten besiedelten Trägerbäume (bisher 19 Laubbaum-Arten im Saarland) sind nach dem derzeitigen Kenntnisstand im Untersuchungsgebiet Zitterpappel (Populus tremula) und Esche (Fraxinus excelsior), die zusammen ebenfalls rund 70% des Baumspektrums bestreiten, erstere vor allem in den Sandgebieten der St. Ingberter Senke, letztere vor allem in den Kalkgebieten des Saar-Blies-Gaus. Dass Hypnum cupressiforme Spitzenreiter der Laubmoos-Substrate ist, verwundert angesichts der Häufigkeit des Schlafmooses nicht. Interessanter ist, dass N. pulchella von allen epiphytischen Lebermoosen F. dilatata deutlich bevorzugt und die ebenfalls häufigen Metzgeria furcata und Radula complanata eher meidet. (Foto 2). Was diese Affinität bedingt, bedarf noch der Klärung.


Foto 2: Eine jüngere Kolonie von Normandina pulchella über einer jungen Rosette von Frullania dilatata, die beiden Lebermoose Radula complanata (links oben und Mitte unten) und Metzgeria furcata (links unten und rechts) sind als Substrate nur wenig attraktiv.

 

Dass N. pulchella als Klimazeiger für Erwärmung unter Beobachtung der Lichenologen steht (V. John, pers. Mitt.), ist weniger überraschend als die Dramatik, mit der sich ihre Zunahme zumindest im Südosten des Saarlandes gegenwärtig vollzieht, auch wenn man davon ausgeht, dass so mancher Nachweis einer hartnäckigen Nachsuche zu verdanken ist. Dass sie in der Vergangenheit einfach nur übersehen wurde, erscheint wenig wahrscheinlich, hatte doch V. John so manche Standorte im südöstlichen Saarland, an denen N. pulchella nun aufgetaucht ist, gründlich untersucht, ohne ihr begegnet zu sein. Es ist wohl damit zu rechnen, dass sich auch in den anderen Landesteilen die Nachweisdichte erhöhen wird, wenn gezielt nach der Flechte gesucht wird. Nicht nur Lichenologen, auch Bryologen und Mykologen, die ein berufsmäßiges Interesse an Baumstämmen haben, sollten daher in Zukunft auf diese leicht kenntliche Flechte achten.
Einzelheiten zur Ökologie und Verbreitung von N. pulchella im Saarland sind Gegenstand einer in Vorbereitung befindlichen kleinen Arbeit, Fundmeldungen (mit Bild und/oder Beleg) sind daher willkommen.


Nachweiskarte der Flechte Normandina pulchella, Stand Ende 2012

Literatur:
BRODO, I.M., SHARNOFF, S.D. & S. SHARNOFF (2001): Lichens of North America. Yale University Press, New Haven and London.
JOHN, V. (2007): Checkliste der Flechten und flechtenbewohnenden Pilze des Saarlandes mit einer Bibliographie.
Abh. der Delattinia 33, Saarbrücken: 155-188
WIRTH, V. (1995): Die Flechten Baden-Württembergs, Bd.1, 2.Aufl., Stuttgart
WIRTH, V. (2010): Ökologische Zeigerwerte von Flechten - erweiterte und aktualisierte Fassung. - Herzogia 23 (2), 229-248

_________________________________________________________________________________________________Ulf Heseler
 
keine weiteren Informationen vorhanden!
08. Okt. 2012,
Calypogeia suecica – ein neues Lebermoos für das Saarland

Nach über 25-jähriger Kartierung der Moose des Saarlandes ist deren Erfassungsgrad mittlerweile so gut, dass jede neue Art, die im Untersuchungsgebiet gefunden wird, für die hiesigen Bryologen ein kleines Ereignis darstellt. Ein solches war die Entdeckung des Laubmooses Buxbaumia viridis (s. News vom 23.09.2012), das Claudia und Thomas Schneider „vor ihrer Haustür“ im Merziger Kammerforst entdeckten.

Um diesen Standort auch im Hinblick auf eine mögliche Sicherung genauer beschreiben zu können, unternahmen die Unterzeichner am 8. Oktober 2012 eine Transsekt-Studie zur Erfassung der in der Umgebung vorkommenden Moosarten, wobei ihr Augenmerk vor allem den Totholz besiedelnden Arten galt. Die Überraschung der drei Moosfreunde abends am Mikroskop war groß, als sie ein auf toten Nadelholzstämmen gesammeltes Lebermoos übereinstimmend als abermals neue Art für das Saarland bestimmen konnten und so die Volksweisheit Lügen straften, dass es immer nur ein Unglück ist, das selten allein kommt, auch ein glücklicher Fund kann weitere im Gefolge haben.

Calypogeia suecica ist in Deutschland nur im Schwarzwald und in den Alpentälern verbreitet, in den übrigen Bundesländern jedoch extrem selten oder fehlend (MEINUNGER & SCHRÖDER 2007). Nachweise aus den benachbarten Gebieten Pfalz und dem lothringer Schichtstufenland gibt es nicht, aus Luxemburg liegt nur die Meldung eines erloschenen Vorkommens vor (WERNER 2011). Die nächsten Wuchsorte befinden sich in den Vogesen (FRAHM 2002).

  Calypogeia suecica mit Leucobryum glaucum
Foto 1: Calypogeia suecica mit Leucobryum glaucum
  Calypogeia suecica mit einem Mooshäubling
Foto 2: Calypogeia suecica mit einem Mooshäubling
  Da einer der drei aus dem Bryologen-Trio ähnliche Standorte wie im Merziger Kammerforst auch vor seiner Haustür hat, im Waldstück am „Franzosengrab“ zwischen St. Ingbert Ost und Rohrbach, wurde auch hier eine gründliche Nachsuche am 14. Oktober 2012 belohnt durch ein reiches Vorkommen von C. suecica: das Lebermoos wächst hier in mehrere dm² großen Deckenauf einem morschen, am Boden liegenden Kiefernstamm in einem alten Mischwald aus Buchen, Kiefern und Eichen. Begleitet wird es von den Lebermoosen Blepharostoma trichophyllum, Cephalozia bicuspidata, Nowellia curvifolia, Scapania nemorea und den Laubmoosen Dicranella heteromalla, Leucobryum glaucum und Mnium hornum. Auf einem Kiefernstumpf in der Nähe wurden wenige Sprösschen der Art in Begleitung der Lebermoose Cephalozia lunulifolia und Riccardia latifrons gefunden.

Eine gemeinsame Exkursion von U. Heseler und R. Mues im Wald am „Erlenbruch“ südwestlich Neunkirchen lieferte schließlich am 16.Oktober 2012 den nun dritten Nachweis der Art für das Saarland auf einem mächtigen, morschen Fichtenstamm, wo C. suecica neben Riccardia latifrons und R. palmata beobachtet wurde. Zur Zeit ist nicht zu sagen, ob es sich bei den Funden von C. suecicaum Neubesiedlungen handelt oder ob die Art früher übersehen wurde. Zur Beantwortung dieser Frage können weitere Geländebeobachtungen in den nächsten Monaten beitragen.
  Calypogeia suecica mit Blepharostoma trichophyllum
Foto 3: Calypogeia suecica mit Blepharostoma trichophyllum
  Die Lebermoos-Gattung Calypogeia ist nunmehr mit 7 Arten im Saarland vertreten: C. arguta, azurea, fissa, integristipula, muelleriana, sphagnicola und suecica; eine achte Art, C. neesiana, wurde im Kartiergebiet nahe der saarländischen Grenze festgestellt.
_________________________________________________________________Ulf Heseler, Rüdiger Mues, Thomas Schneider

Literatur:
FRAHM, J.-P. (2002): La bryoflore des Vosges et des zones limitrophes. Limprichtia 19, 332 S.

MEINUNGER, L. & SCHRÖDER, W. (2007): Verbreitungsatlas der Moose Deutschlands. - 3 Bände: 636+699+708 S. Herausgegeben von O. DÜRHAMMER für Regensburgische Bot. Ges., Regensburg.

WERNER, J. (2011): Les bryophytes du Luxembourg – Liste annotée et atlas. The bryophytes of Luxembourg – Annotated list and atlas (Ferrantia, Trav. Scient. Musée Hist. Natur. Lux. 65). – Luxembourg: 144 p.

 

keine weiteren Informationen vorhanden!06. Okt. 2012, Zur Kenntnis von Häufigkeit und Verbreitung des Zwergwicklers Bucculatrix noltei (Petry, 1912) im Saarland

Der Gewöhnliche Beifuß (Artemisia vulgaris) ist Wirtspflanze für zahlreiche Blattminierer. Meist sind es Fliegenarten aus den Familien der Tephritidae und Agromyzidae, aber auch einige Kleinschmetterlinge sind darunter. Am häufigsten sieht man Fleckenminen mit zentraler Öffnung auf der Blattunterseite, die eigentlich typisch für Sackträgermotten (Coleophoridae) sind. An Artemisia vulgaris kommen nach Literaturangaben aus dieser Familie Coleophora artemisicolella, C. ditella, C. succurella und C. trochilella in Frage.

Säckchen an Beifuß, die eine nähere Bestimmung der Art(en) eventuell ermöglichen würden, habe ich aber in den drei Jahren, in denen ich mich nun schon mit Blattminierern beschäftige, nie gefunden. Dafür findet man jedoch mit etwas Glück den wirklichen "Täter" auf der Blattunterseite und, wie auf Foto 1 zu sehen, sogar direkt beim Fressen. Es handelt sich hier nämlich um die Fraßspuren von Bucculatrix noltei und nicht um die einer Sackträgermotte.

  Bucculatrix noltei an Beifuß Artemisia vulgaris
  Foto 1: Bucculatrix noltei an Beifuß Artemisia vulgaris

Bucculatrix noltei ist in größeren Beständen von Artemisia vulgaris meiner Erfahrung nach fast immer zu finden. Manchmal muss man allerdings recht viele Pflanzen (> 100) absuchen, bis man fündig wird. Für 2011 liegen 28 Fundmeldungen vor (->Nachweiskarte), 2012 dürften es ähnlich viele sein bzw. werden. Eine Bevorzugung oder Meidung bestimmter Naturräume ist beim aktuellen Kartierungsstand nicht zu erkennen.

_________________________________________________________________________________________________A. Staudt
   
keine weiteren Informationen vorhanden!23. Sept. 2012, Das Grüne Koboldmoos Buxbaumia viridis (Moug. ex Lam.
& DC.) Brid. ex Moug. & Nestl. neu für das Saarland


Das Grüne Koboldmoos ist eines der außergewöhnlichsten Moose in Mitteleuropa. Mit seiner ähnlichen Schwesternart, dem Blattlosen Koboldmoos (Buxbaumia aphylla), ist das scheinbar blattlose Moos durch seine mächtige, auf einer 0,5 bis 1 cm langen Seta sitzenden Kapsel ein dennoch - für Moose - auffallendes Pflänzchen. Ohne Kapsel sind die Pflanzen kaum zu entdecken: sie besitzen kleine, kaum erkennbare Blätter, die dem ausdauernden Protonema aufsitzen.

Buxbaumia viridis besiedelt morsches Holz, überwiegend von Nadelhölzern, in schattigen Wäldern mit hoher und gleichmäßiger Luftfeuchtigkeit. In ganz Europa tritt das Moos nur sehr vereinzelt und dann auch meist nur in wenigen Exemplaren auf.

In Deutschland gibt es aus dem linksrheinischen Raum nur ganz wenige, durchweg uralte Beobachtungen. Aus Rheinland-Pfalz wurde die Art um Biewer bei Trier (Forst Altenhof, Weißhaus) zu Beginn des 20. Jahrhunderts vom großen rheinischen Feldbotaniker H. Andres gefunden (FELD 1958). Weiterhin beobachtete der Pfälzer Botaniker G.F. Koch die Art vor Mitte des 19. Jahrhunderts bei Kaiserslautern (GÜMBEL 1857, LAUER 2005).

Die dem Saarland nächstgelegenen rezenten Nachweise der Art liegen in den Vogesen (FRAHM 2002, MAHÉVAS & al. 2010) und im Schwarzwald (Sauer in NEBEL & PHILIPPI 2000). Aus den belgischen Ardennen (SOTIAUX, STIEPERAERE & VANDERPOORTEN 2007) und aus Luxemburg sind keine Funde bekannt (WERNER 2011).

Buxbaumia viridis

Das Grüne Koboldmoos wurde von den Autoren im Quellgebiet des Franzenbaches im Kammerforst N Brotdorf gefunden (6505/215). Das luftfeuchte, ausgeglichene Mesoklima des Franzenbach-Quellgebietes wird durch die reichen Epiphytenvorkommen unterstrichen. Insbesondere das subozeanische Lebermoos Metzgeria temperata hat hier größere Bestände. Buxbaumia viridis wächst auf den Stammflächen eines liegenden, bereits oberflächlich stark zersetzten Nadelholz-Baumstammes. Mit höchster Wahrscheinlichkeit handelt es sich dabei um Fichtenholz, möglich ist jedoch auch Kiefernholz. Begleitet wird das Moos u.a. von Nowellia curvifolia, Riccardia palmata, Herzigiella seligeri und Lophocole heteropyhlla.

Insgesamt konnten die für dieses Moos erstaunliche Anzahl von acht Pflanzen beobachtet werden. Von vier Pflanzen war jedoch nur mehr die Seta zu erkennen, die Kapseln wurden von Schnecken oder sonstigen Fressfeinden bereits abgefressen.

Buxbaumia viridis ist europaweit potenziell gefährdet (vulnerable) (ECCB 1995 ). Die Art zählt zu den wenigen Moosen, die nach der Berner Konvention in Europa geschützt sind. Es gehört im Rahmen des europäischen Schutzgebietssystems Natura 2000 zu den Tier-und Pflanzenarten von gemeinschaftlichem Interesse, für deren Erhalt besondere Schutzgebiete ausgewiesen werden müssen (FFH Richtlinie Anhang II).
Deutschlandweit gilt das Moos als stark gefährdet (RL 2).
Aktuelle Fundstellen sind nur aus Baden-Württemberg und Bayern bekannt (MEINUNGER & SCHRÖDER 2007).

Literatur:
ECCB 1995: Red data book of European bryophytes. European Committee for Conservation of. Bryophytes, 291 S., Trondheim.

FELD, J. (1958): Moosflora der Rheinprovinz. Überarbeitet und ergänzt von Ludwig Laven. – DECHENIANA-Beihefte 6, 94 S., Bonn.

FRAHM, J.-P. (2002): La bryoflore des Vosges et des zones limitrophes. Limprichtia 19, 332 S.

GÜMBEL, Th. (1857): Die Moosflora der Rheinpfalz. – Mitt. POLLICHIA 15: 1-95, Landau/Pfalz

LAUER, H. (2005): Die Moose der Pfalz. – POLLICHIA-Buch Nr. 46, 1219 S., Bad Dürkheim.

MAHÉVAS, T., WERNER, J. SCHNEIDER, C. & SCHNEIDER, T. (2010): Liste rouge des bryophytes de Lorraine (Anthocérotes, Hépatiques, Mousses). 61 + 11 S., Nancy.

MEINUNGER, L. & SCHRÖDER, W. (2007): Verbreitungsatlas der Moose Deutschlands. - 3 Bände: 636+699+708 S. Heraus-gegeben von O. DÜRHAMMER für Regensburgische Bot. Ges., Regensburg.

NEBEL, M. & PHILIPPI, G. (Hrsg.) (2000): Die Moose Baden-Württembergs, Band 1, Stuttgart.

SOTIAUX, A., STIEPERAERE, H. & A. VANDERPOORTEN (2007): Bryophyte Checklist and European Red List of the Brussels-Capital Region, Flanders and Wallonia (Belgium). Belg. J. Bot. 140 (2): 174-196

WERNER, J. (2011): Les bryophytes du Luxembourg – Liste annotée et atlas. The bryophytes of Luxembourg – Annotated list and atlas (=Ferrantia, Trav. Scient. Musée Hist. Natur. Lux. 65). – Luxembourg: 144 p.

________________________________________________________________________________Claudia & Thomas Schneider

keine weiteren Informationen vorhanden!23. Sept. 2012, Ein Nachweis der Sackträgermotte Coleophora ahenella südlich Honzrath-Hellwies


Am 23. September 2012 entdeckte ich an einem Waldrand bei Hellwies an zwei Blättern eines Faulbaums (Rhamnus frangula) eine auffällige, braune Fleckenmine. Auf der Blattunterseite befand sich in beiden Fällen ein besonders bizarrer Raupensack einer Coleophoridae. Mit diesen Merkmalen war die Artidentität schnell geklärt. Es handelte sich um Coleophora ahenella, die außer an Faulbaum noch an Kreuzdorn, Hartriegel, Viburnum lantana und Lonicera xylosteum minieren soll.

Coleophora ahenella bei Hellwies
Foto 1: Coleophora ahenella bei Hellwies (Foto: A. Staudt)

Nach dem "Lepidoptera-Atlas 2011" (WERNO 2012) gibt es im Saarland noch keine Nachweise der Art.

Da die oben genannten Wirtspflanzen ja typischerweise in den Muschelkalkgebieten des Saarlandes wachsen, sollte man insbesondere dort auf diese Art achten. In den übrigen Landesteilen (d.h. an Faulbaum, auch die Schneebeere kommt als Wirtspflanze in Frage) scheint mir die Art jedenfalls extrem selten zu sein.

 

_________________________________________________________________________________________________A. Staudt

keine weiteren Informationen vorhanden!08. Sept. 2012, Nachweise der Fliege Stomorhina lunata (Fabricius 1805)
(Diptera: Calliphoridae) im Saarland


Ende August, Anfang September diesen Jahres beobachtete ich bei meinen Fotoexkursionen mehrfach an Goldrute eine mir bis dato noch unbekannte Fliegenart mit auffälligem Abdomen-Muster. Es dauerte allerdings einige Zeit bis es mir schließlich am 8. September 2012 gelang westlich von Reimsbach ein Exemplar einzufangen. Mittels der gemachten Fotos konnte die Fliege, die zu den Schmeißfliegen (Calliphoridae) gehört, als Stomorhina lunata bestimmt werden.
Gleich am folgenden Wochenende (16.09.2012) gelangen mir dann auch Aufnahmen vom Weibchen der Art. Fundort war diesmal eine Brachfläche westlich von Weiskirchen.
Männchen der Fliege Stomorhina lunata bei Reimsbach
Foto 1: Männchen der Fliege Stomorhina lunata bei Reimsbach (Foto: A. Staudt)

Die Art wurde erst 2002 in die Checkliste der Dipteren Deutschlands (SCHUMANN 2002) aufgenommen. Dieser Eintrag beruht auf einem Fund in Nordrhein-Westfalen (DREES 1998).

Kennt man den Artnamen sind mit Bildersuchmaschinen im Internet unzählige Fotos der Art zu finden. Auffällig ist jedoch, dass diese Bilder nahezu ausschließlich aus Süd- und Westeuropa stammen. Die Bildersuche von Google z.B. findet aus Deutschland nur ein einziges Foto. Und das wurde interessanterweise von Peter Jürgen aus Perl im Jahr 2011 im NSG Hammelsberg aufgenommen.

Weibchen der Fliege Stomorhina lunata bei Weiskirchen
Foto 2: Weibchen der Fliege Stomorhina lunata bei Weiskirchen (Foto: A. Staudt)

 

 

Literatur:

Drees, Michael (1998): Ein aktueller Nachweis von Stomorhina lunata (F.) (Diptera: Calliphoridae) im mittleren Ruhrtal. - Decheniana 151, S. 197.

Schumann, Hubert (2002): Erster Nachtrag zur "Checkliste der Dipteren Deutschlands". - Studia dipterologica 9 (2002) Heft 2, S. 437-445. (->Download PDF)


STANDFUSS, K. & J. DANIELZIK (2000): Erste Nachweise der südlichen Schmeißfliege Stomorhina lunata (FABRICIUS, 1805) in Westfalen (Diptera, Calliphoridae, Rhiniinae). - Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft westfälischer Entomologen, Heft 2, 33 - 34.

 

_________________________________________________________________________________________________A. Staudt

keine weiteren Informationen vorhanden!03. August 2012, Bedeutendster Bestand des Königsfarns Osmunda regalis im Saarland erloschen


Im Schusterhannesbruch nördlich Bergen befindet bzw. befand sich der einzige größere Bestand des Königsfarns (Osmunda regalis) im Saarland. Alle übrigen Fundstellen, die im Atlas der Gefäßpflanzen (3 Minutenfelder) angegeben werden, beziehen sich im Grunde nur auf Einzelexemplare.
Bei einem Besuch dieses Feuchtgebietes im Jahr 2003 (29.05.2003) konnte ich dort ca. 30 prächtige Stöcke zählen und fotographieren.

Osmunda regalis (Königsfarn) nördlich Bergen
Foto 1: Osmunda regalis (Königsfarn) nördlich Bergen (Foto: A. Staudt)

Wie auf Foto 1 unschwer zu erkennen, waren 2003 die ausgewachsenen Exemplare der Art in dem gut einsehbaren Gelände nicht zu übersehen. Um so erstaunter war ich, als ich auf der Suche nach submontan verbreiteten Arthropoden am 03. August diesen Jahres den Bruch erneut besuchte und kein einziges Exemplar des Farns entdecken konnte. Auch eine gezielte Nachsuche am 30.08.2012 verlief ergebnislos.


Das Osmunda regalis-Vorkommen im Schusterhannesbruch nordöstl. Bergen ist erloschen!

 

_________________________________________________________________________________________________A. Staudt

keine weiteren Informationen vorhanden!30. Juli 2012, Beitrag zur Kenntnis der Dornigen Hauhechel (Ononis spinosa) im Saarland


Am 30. Juli 2012 konnte ich einen Bestand von etwa 60 Pflanzen der Dornigen Hauhechel (Ononis spinosa) im FFH-Gebiet Gebberg (6808/115) nachweisen.
Standort ist ein wechseltrockener Kalk-Halbtrockenrasen (Foto 1). Es handelt sich um den ersten sicheren Nachweis in einem naturnahen Habitat im Saarland (Am Dillinger See wächst die Pflanze synanthrop auf Aufschüttungen).


Foto 1: Ononis spinosa am Gebberg (Foto: S. Caspari)

Die Dornige Hauhechel wird sehr oft mit der häufigen Kriechenden Hauhechel (Ononis repens) verwechselt; das passiert auch heute noch, z. B. bei der Biotopkartierung. Die Karte im Minutenfeldatlas von Sauer (1993) ist zu verwerfen; alle damals aktiven Botaniker – mich eingeschlossen – haben zu diesem verworren Bild beigetragen. Klar geworden ist mir die Art dann in Thüringen, wo sie in den Kalkgebieten recht häufig ist. Es kann nicht schaden, hier einige Hinweise zur sicheren Ansprache zu geben:
Ononis spinosa wächst aufrecht, ist meist vom Grunde an verzweigt (Foto 2), stets bedornt, mit mäßigem Drüsenbesatz an Blättern und Blüten. Die Blüten sind dunkelrosa (Foto 3). Die Blättchen sind schmal, meist etwas gekielt oder gefaltet, in ausgebreitetem Zustand bildet der vorderste Blattzahn eindeutig die Spitze (Foto 4, vgl. den roten Balken). Das Merkmal wird durch die Kielung des Blattes verstärkt, sodass der erste optische Eindruck schon ausreicht, wenn man die Art kennt.

Foto 2: Verzweigungsform von Ononis spinosaFoto 3: Blütenfarbe von Ononis spinosa

Foto 4: Blattspitze bei Ononis spinosaFoto 5: Blattspitze bei Ononis repens
Ononis repens wächst aufsteigend, oft spärlich verzweigt, Dornen sind vorhanden oder nicht, der Drüsenbesatz an Blättern und Blüten ist stark. Die Blüten sind hellrosa (Foto 6). Die Blättchen sind breit, meist flach, in ausgebreiteten Zustand stehen die vordersten drei Blattzähne meist auf einer Linie (Foto 5; vgl. die roten Balken).

Foto 6: Wuchsform, Drüsenbesatz u. Blütenfarbe bei Ononis repens (Foto S. Caspari)
  Literatur:
SAUER, E. (1993): Die Gefäßpflanzen des Saarlandes mit Verbreitungskarten. – Aus Natur und Landschaft im Saarland, Sonderband 5, Saarbrücken.
 

_________________________________________________________________________________________________S. Caspari

   
 
 
 
keine weiteren Informationen vorhanden!2011, Erstnachweis der Schwarzen Mörtelbiene (Megachile parietina)
im Saarland

...hier weiterlesen
____________________________________________________________________________Maren Bergmann & Rainer Ulrich
keine weiteren Informationen vorhanden!10. Juli 2011, Erstnachweis des Ampfer-Zwergminierfalters
Enteucha acetosae (STAINTON, 1854) im Saarland
Rötliche Flecken an den Blättern von Ampferarten sind nicht ungewöhnlich und zeigen in der Regel einen Befall mit dem Rostpilz Puccinia phragmitis an:
Foto: Rostpilz Puccinia phragmitis an Rumex acetosa
Am 10. Juli 2011 wurde ich bei den Flecken auf diesem Ampferblatt am Wellesberg bei Düppenweiler jedoch misstrauisch und sah mir die Sache mal etwas genauer an. Tatsächlich sind auf den zweiten Blick konzentrische Kreise zu sehen und, wenn man schließlich die Botanikerlupe zu Hilfe nimmt, am Ende der Schleifen die Larven eines Blattminierers:
Foto: Minen des Ampfer-Zwergminierfalters Enteucha acetosae an Rumex acetosa
Auf die alte Regel "wo einer ist, sind auch noch andere" vertrauend, habe ich danach die Umgebung intensiv abgesucht und zahlreiche Pflanzen entdeckt, die auch weiter fortgeschrittene Stadien des Befalls zeigten:

Foto: Ampfer-Zwergminierfalter Enteucha acetosae an Rumex acetosa, unverwechselbares Befallsbild

 

Dieser Fund blieb nicht der einzige. Wie sich in den folgenden Wochen herausstellte, ist die Art auf Brach-flächen im nördlichen (submontanen?) Bereich des Saarlandes nicht selten. Weitere Fundorte sind: Litermont bei Nalbach (07.08.2011), Wadern (09.08.2011), Limbwiesbach nördl. Dirmingen (10.08.2011), Otzenhausen (10.08.2011), Lindscheid (18.08.2011) und Bruchelsbach nördl. Alsweiler (30.08.2011).

Zusammenstellung besonders "schöner" Minenformen:

Foto: Ampfer-Zwergminierfalter Enteucha acetosae an Rumex acetosa, Befallsbilder

________________________________________________________________________________________________A. Staudt

 

keine weiteren Informationen vorhanden!24. Mai 2011, Erstnachweis des "Efeuwicklers" Clepsis dumicolana
im Saarland

In Dudweiler, Kirchenstraße 15, bei Thomas Müller und in der unmittelbaren Nachbarschaft wurde am 24.05.2011 an einer mit Efeu bewachsenen Hauswand ein starker Befall des Efeus mit dem "Efeuwickler" Clepsis dumicolana festgestellt.
Bei einer Besichtigung des Schadens konnten in kurzer Zeit an einer kleinen Stelle des Efeubewuchses über 20 Exemplare gefangen werden. Rechnet man diese Anzahl auf den kompletten Bewuchs hoch, könnte man leicht auf über 100 Individuen gelangen.
Es war davon auszugehen, dass in der gesamten Nachbarschaft an ähnlichen Stellen weitere Vorkommen vorhanden sind, was eine kurze Kontrolle ein paar Häuser weiter sogleich bestätigte. Nach Aussagen der Familie Müller wurde der Falter erstmals 2008 wahrgenommen, ohne jedoch zu wissen um welche Art es sich handelte bzw. welchen Schaden dieser Wickler anrichten kann. Möglicherweise ist er aber auch schon ein der zwei Jahre vorher vor Ort gewesen, ohne dass es jemand bemerkt hat, da ja der Erstnachweis für Deutschland von DIETGER HAUSENBLAS am 22. September 2006 in Stuttgart (Baden-Württemberg) erbracht wurde.

Sollten Sie den Falter auch an ihrem Efeu beobachten, bitte bei uns melden !


Foto: Schadbild an Efeu, verursacht von Clepsis dumicolana


Literatur:
HAUSENBLAS, D. (2007): Clepsis dumicolana (ZELLER, 1847) — ein neuer Wickler für die Fauna Deutschlands (Lepidoptera: Tortricidae). — Entomologische Zeitschrift 117 (2): 67-70.

Internet:
http://www.lepiforum.de/cgi-bin/lepiwiki.pl?Clepsis_Dumicolana

_________________________________________________________________________________________________A. Werno

 

keine weiteren Informationen vorhanden!18. April 2011, ungewöhnlich früher Beginn der Vegetationsperiode im
Jahr 2011

Anlässlich vorbereitender Arbeiten für eine Diplomarbeit zu einem Naturschutzthema hatte ich heute mal Gelegenheit, begleitet von Dr. Niels Gepp vom LUA, von Anita Naumann vom Biosphären-Zweckverband und von unserem Praktikanten Rolf Ziegler in den Bliesgau zu fahren. Obwohl es sich ja schon seit Wochen abzeichnet: Ich kann mich nicht erinnern, dass an einem 18. April die Natur jemals schon so weit fortgeschritten war.
Foto1 : Sumpf-Löwenzahn bei Reinheim (Foto: S. Caspari)
   

Foto 2: Orchis simia (Foto: S. Caspari)
 
Zunächst zu den Pflanzen:
Orchis mascula und O. morio sind überall in Vollblüte, Orchis ustulata bei Habkirchen fast in Vollblüte, in der Badstube am Aufblühen. Orchis simia ist in Vollblüte (Foto); dazu blüht Orchis purpurea auf; von Himantoglossum hircinum, Neottia nidus-avis und Listera ovata sieht man die Knospen.
In der Badstube sind Polygala calcarea und P. amarella voll aufgeblüht. In Habkirchen-Willerklamm blühen die erste Esparsette und der erste Hornklee.
In Reinheim/Lohe West dann ein ganz persönliches Highlight: Eine kleine Population des Sumpf-Löwenzahns (Taraxacum Sect. Palustria; Foto); die genaue Artbestimmung muss ein Spezialist vornehmen. Der Sumpf-Löwenzahn war übrigens bereits abgeblüht.

Zur Fauna:

Baumpieper und Klappergrasmücke rufen an vielen Stellen. Und die Feldgrillen sind rufaktiv. Schmetterlinge sind nicht gerade in Mengen unterwegs, man sieht aber Arten, die man sonst erst im Mai findet. Heute waren es z. B. der Rote Puzzlefalter (Spialia sertorius) und der Esparsetten-Bläuling (Polyommatus thersites) bei Habkirchen.
     
(Anmerkung A. Staudt: Auch im zentralen Teil des Saarlandes ist die Orchideenblüte dieses Jahr besonders früh. Am 16.04.2011 befand sich z.B. das Orchis morio-Vorkommen im NSG "Unterer Klapperberg" bei Lebach/Steinbach bereits in Vollblüte. Das sind ca. 2-3 Wochen vor dem langjährigen Mittel.)
_____________________________________________________________________________________________S. Caspari

 

keine weiteren Informationen vorhanden!20. Feb. 2011, erste Nachweise des Kleinschmetterlings Psychoides verhuella im Saarland und Umgebung
Erste Hinweise, dass diese Art auch im Saarland vorkommt, gehen auf den letzten November zurück, als mir bei einem Besuch des Hirschzungenfarn-Vorkommens zwischen Bardenbach und Büschfeld Fraßschäden an den Farnwedeln auffielen, die man mit großer Sicherheit Psychoides verhuella zuordnen konnte (vgl. Foto 2).

Bei einem Besuch des Serriger Tals westlich Serrig (auf der linken Saarseite nördl. der Siedlung Staadt) fielen mir nun (19. Feb. 2011) braun verfärbte Fiederblättchen an einem Farnstock des Braunstieligen Streifenfarn Asplenium trichomanes auf, die mich zur näheren Musterung animierten. Auf den Blattunterseiten befanden sich vergleichsweise auffällige "Riesensori", die Tarndecken der Raupen. Wenn man etwas Geduld aufbringt, kann man sehen, dass sich die Riesensori bewegen und dabei der Kopf der Raupe am Rande gelegentlich auftaucht.
Psychoides verhuella

Foto 1: Psychoides verhuella im Serriger Tal westl. Serrig

Psychoides verhuella
Foto 2: Psychoides verhuella an Asplenium scolopendrium bei Büschfeld

Aufgrund dieser Beobachtungen unternahmen A. Werno und ich gleich am nächsten Tag (20. Feb. 2011) eine Kurzexkursion zu den Bardenbacher Felsen, wo wir nach einiger Suche ebenfalls Raupen von Psychoides verhuella fanden.
Ein Besuch des kleinen, nordexponierten Felsens am Westrand des Hammelsbergs bei Apach bzw Perl (der Felsen liegt im Saarland) mit seinem großen Vorkommen des Hirschzungenfarns erbrachte ebenfalls einen Raupenfund. Fraßschäden waren dagegen vergleichsweise häufig zu sehen (11.03.2011).

23.03.2011: Nachweis von Raupen auch am Stromberg-Nordhang südl. Schengen/Lux.. Das dortige Hirschzungenfarn-Vorkommen ist noch um etliches größer als am Hammelsberg auf der anderen Moselseite.
-->Bildnachweis "Schengen"

 

_________________________________________________________________________________________________A. Staudt

 

keine weiteren Informationen vorhanden!28. Aug. 2010, erster Fund der Ritterwanze Lygaeus equestris im Saarland
Obwohl die Ritterwanze in der Großregion allgemein verbreitet ist, stand der Nachweis für das Saarland bisher noch aus.
Dies liegt sicherlich nicht an einer ungenügenden Bearbeitungsintensität. Die relativ große und sehr auffällige Art wäre sicherlich schon einem der entomologisch interessierten Besuchern der saarländischen Halbtrockenrasen aufgefallen, wenn sie hier beständige Vorkommen besitzen würde. Dies ist aber offensichtlich nicht der Fall. Auch ich habe die Art, die mir von den lothringischen Halbtrockenrasen her bestens bekannt ist, noch nie im Saarland beobachtet.
Die Situation in Luxemburg ist ähnlich. Auch dort wurde die Art schon seit fast einem Jahrhundert nicht mehr beobachtet. 2009 wurde die Art auch in Luxemburg wiedergefunden (SCHNEIDER 2010).

Nun gelang der erste Nachweis im Saarland an etwas ungewöhnlicher Stelle. Am 28. August 2010 fing ich das unten abgebildete Exemplar auf einem Sandtrockenrasen bei Honzrath-Hellwies. Die typischen Pflanzen, an denen die Tiere üblicherweise zu finden sind, nämlich Schwalbenwurz oder Adonisröschen, gibt es dort selbstverständlich nicht.

Foto: Ritterwanze Lygaeus equestris auf einem Sandrasen in Hellwies

Vor ca. 25 Jahren wurde von DECKERT (1985) erkannt, dass es sich bei unserer Ritterwanze um zwei verschiedene Arten, Lygaeus equestris und Lygaeus simulans, handelt. Die Unterscheidung ist mit Hilfe des Genitals und der Behaarung am Scutellum möglich. Die Behaarung läßt sich mit einer Botanikerlupe im Felde beurteilen.
Bei dem in Hellwies gefundenen Exemplar handelt es sich um ein Weibchen von Lygaeus equestris (det. & Coll. KALLENBORN).

Literatur:
DECKERT, J. (1985): Über Lygaeus simulans spec. nov. und L. equestris (LINNAEUS, 1758), zwei nahe verwandte paläarktische Lygaeinae (Heteroptera, Lygaeidae). - Mitteilungen Zoologisches Museum Berlin 61: 273-278.

Wolfgang RABITSCH & Jürgen DECKERT (2007): Die Ritterwanze Lygaeus equestris LINNAEUS, 1758 (Heteroptera: Lygaeidae) - das Insekt des Jahres 2007. - Beiträge zur Entomofaunistik 8 (2007), 212-218. Download PDF

SCHNEIDER, N., 2010. Découverte de Leptoglossus occidentalis Heidemann, 1910 et redécouverte de Lygaeus equestris (L., 1758) au Luxembourg (Insecta, Hemiptera, Heteroptera). Bull. Soc. Nat. luxemb. 111 : 115-116. Download PDF

 

_________________________________________________________________________________________________A. Staudt

27. Aug. 2010: Neue Sichtungen der Gottesanbeterin
siehe hier:
keine weiteren Informationen vorhanden!18. Aug. 2009, Die Gottesanbeterin Mantis religiosa an der Primsleite in Büschfeld gesichtet.

____________________________________________________________________________________________E. Theobald

 

 
keine weiteren Informationen vorhanden!26. Aug. 2010, Callopistromyia annulipes, attraktiver Neozoon aus der Gruppe
der Diptera, jetzt auch im Saarland
Elke Menzel-van den Bruck beobachtete die winzige Fliege mit pfauenartigem Verhalten am 24.06.2010 in ihrem Garten in Merzig: (-> link zu www.übers-jahr.de). Am 26. August 2010 konnte auch A. Staudt in einem Ziergarten in Saarlouis-Picard die Schmuckfliege fotographieren.

Als Neufund für die gesamte Paläarktis wurde 2007 eine Sichtung der Art aus der südlichen Schweiz von MERZ in einer wissenschaftlichen Zeitschrift publiziert (MERZ 2007). In Deutschland (Rheinland-Pfalz) wurde die Art ebenfalls 2007 das erste Mal nachgewiesen (MERZ & VAN
GYSEGHEM 2007). Eine Zusammen-stellung der Funde und Fundumstände findet man im POLLICHIA-Kurier 24. Danach gehen die ersten Beobachtungen in der Pfalz bereits auf das Jahr 2006 zurück.

Die Beobachtungen in Merzig (E. MENZEL-VAN DER BRUCK) reichen sogar bis ins Jahr 2005 zurück:
20.09.2005 Merzig, auf einem trockenen Gartenbrett
20.07.2007 Merzig, auf Balkongeländer
24.06.2010 Merzig, auf einem feuchten Gartenbrett
02.07.2010 Merzig, auf Balkongeländer

Foto: Pfauenfliege Callopistromyia annulipes in Saarlouis-Picard

Gabi Krumm, Kaiserstuhl, zeigt auf ihrer Homepage ein Foto der Pfauenfliege, das am 20.07.2007 in Bötzingen aufgenommen wurde. Eine weitere Aufnahme von der neuen Art gelang ihr am 28.07.2007 in Liliental (pers. Mitteilung).
Startseite: http://www.gabi-krumm.de/. Direktlink zur Fliegenseite: http://www.gabi-krumm.de/fliegen.htm

weitere Funde im Saarland:

2010, Raimund Hinsberger


Literatur:
MERZ, Bernard (2007): Callopistromyia annulipes (Macquart, 1855), a Nearctic species of Ulidiidae (Diptera), new for the Palaearctic Region. - Studia dipterologica Volume 14(1) - 2007, 161-165.

MERZ, Bernhard & Roland VAN GYSEGHEM (2007): Kurzmitteilung Nr. 6/2007 – Faunistik. Callopistromyia annulipes (Macquart, 1855), neu auch für Deutschland (Diptera, Ulidiidae). - Studia dipterologica Volume 14(1) - 2007, 165-166.

VAN GYSEGHEM, Roland (2008): Neue Schmuckfliegenart in Ausbreitung? - Pollichia-Kurier 24(3) - 2008, 16-18. Download

__________________________________________________________________A. Staudt & E. Menzel-van den Bruck

keine weiteren Informationen vorhanden!06. Aug. 2010, erster Fund der Italienischen Schönschrecke Calliptamus
italicus
in unmittelbarer Grenznähe zum Saarland


Am 06. August 2010 bei einem Besuch des Kalksteinbruchs am Hammelsberg bei Perl bzw. Apach, der erst vor kurzem wieder freigestellt wurde, weckten zwei Exemplare einer rotflügeligen Heuschrecken-Art das Interesse von Andreas Werno. Am Hammelsberg achten alle Entomologen der Region bei jedem Besuch auf Heuschrecken mit roten Hinterflügeln, da WEIZEL (1986) hier vor vielen Jahren eine Rotflügelige Ödlandschrecke (Oedipoda germanica) beobachtet hatte. Dieser Fund ist aber der einzige Nachweis der Oedipoda germanica im bzw. in direkter Nähe des Saarlandes geblieben. Auch am Hammelsberg konnte die Art danach nie wieder beobachtet werden.
Als eines der Tiere eingefangen war, stellte sich schnell heraus, dass es sich hierbei nicht um die lang verschollene Oedipoda germanica handelte, sondern um die Italienische Schönschrecke Calliptamus italicus, die ebenfalls leicht rötliche Hinterflügel besitzt. Das gefangene Tier ist als Beleg in der Sammlung WERNO hinterlegt.

Abb. 1: Calliptamus italicus, die Italienische Schönschrecke (Foto: A. Staudt, Metz, 01.09.2007)


Calliptamus italicus ist eine wärmeliebende Heuschrecke, die in Deutschland nur auf Wärmeinseln bzw. in Trockengebieten vorkommt. Die nächsten Vorkommen zum Saarland befinden sich in den Weinbaugebieten des Unteren Nahetals. Alte Vorkommen sind auch vom Haardrand bei Bad Dürkheim bekannt, diese wurden allerdings schon viele Jahrzehnte nicht mehr bestätigt.
Aus dem deutschen Moselgebiet liegen dagegen keine Fundmeldungen vor, auch keine älteren. Auch in Luxemburg sind keine Vorkommen bekannt (PROESS 2004). In Lothringen ist das anders. Auf den Trockenrasen an den Hängen des Moseltales (auch an denen des Maastales) kann man die Art ziemlich regelmäßig beobachten (-->Karte). Das nächstgelegene Vorkommen zum Saarland dürfte die Population am Mont Saint Quentin bei Metz sein. Von dort stammt auch das Foto oben (Abb. 1).

Da ein Großteil der alten, in der faunistischen Literatur dokumentierten Funde bei den aktuellen Heuschreckenkartierungen nicht mehr bestätigt werden konnten, schätzen MAAS et al. (2002) die Art, bundesweit betrachtet, als "vom Aussterben bedroht" ein.


Abb. 2: freigestellter Kalk-Steinbruch am Hammelsberg bei Apach


Literatur:
JACQUEMIN, Gilles & Eric SARDET (2007): Listes de référence des insectes de Lorraine - 3. Orthopteroidea. - Bulletins et Listes de Référence de la Société Lorraine d'Entomologie, 31 S..
MAAS, S., DETZEL, P. & A. STAUDT (2002): Gefährdungsanalyse der Heuschrecken Deutschlands - Verbreitungsatlas, Gefährdungseinstufung und Schutzkonzepte. - Bundesamt für Naturschutz, Bonn-Bad Godesberg 2002.
PROESS, Roland (2004): Verbreitungsatlas der Heuschrecken des Großherzogtums Luxemburg. - Ferrania
39, 125 S..
(Download als PDF)
WEIZEL, M. (1986): Zur aktuellen Verbreitung der Kurzfühlerschrecken (Insecta, Caelifera) im Hunsrück, Saargau, Eifel, Westerwald und Bergischem Land. - Dendrocopus 13: 88-102.

___________________________________________________________________________________A. Werno & A. Staudt

 

keine weiteren Informationen vorhanden! 09. Juli 2010, Verbascum blattaria, die Schaben-Königskerze auf einer
Ruderalfläche in Griesborn.
Foto: Verbascum blattaria in Neunkirchen, Juli 2010 (Foto: F.-J. Weicherding)

Auf einer größeren, ebenen Ruderalfläche am Westrand von Griesborn fand ich am 09. Juli 2010 nebenstehende, fast völlig verblühte Einzelstaude. Obwohl mir die Art unbekannt war, konnte es sich nach dem "Ausschlußverfahren" nur um Verbascum blattaria handeln, da selbst die verwelkten Blüten noch als typische Verbascum-Blüten zu erkennen waren, der Gesamthabitus aber keiner der mir bekannten Verbascum-Arten entsprach.

Franz-Josef Weicherding, der V. blattaria bereits im Saarland beobachtet hatte, konnte meine "Bestimmung" anhand der gemachten Fotos bestätigen.
Er nennt darüberhinaus folgende saarländische Fundorte:

6608/235, 08.10.2005, Neunkirchen, Güterbahnhofsbrache N Sinnerthal, verbuschenden
Dauco-Melilotion-Gesellschaft, det. + leg. F.- J. Weicherding (bestätigt: 21.07.2010)

6808/133, Juli 2006, Kleinblittersdorf, zwei weißblühende Exemplare in einer Ruderalfläche am Bahnhof
, Finder: F.- J. Weicherding

6708/222, Juli 2009, St. Ingbert, 2 gelbblühende Exemplare in einer Ruderalfläche im Gewerbegebiet „Drahtwerk Nord“, Finder: F.- J. Weicherding

Der Erstnachweis für das Kartiergebiet dürfte wohl auf SCHULTZ (1846) zurückgehen: “...an einem Wegrand und Straßengraben bei Zweibrücken“.
ANDRES (1911) macht für Trier eine Angabe, die möglicherweise etwas über den Status aussagt: „Zierpfl., selten verwildert“.
Bei SCHNEIDER et al. (2008) ist Verbascum blattaria allerdings als "Indigen" aufgeführt.
Weitere (aber wenige) Fundangaben sind bei HAFFNER (1990) und SAUER (1993) zu finden.
____________________________________________________________
Literatur:
ANDRES, H. (1911): Flora von Eifel und Hunsrück mit Einschluß des Venn, der eingeschlossenen und angrenzenden Flußtäler. — Wittlich (Georg Fischer), 381 S.

HAFFNER, P. (1990): Geobotanische Untersuchungen im Saar-Mosel-Raum. — (= Abh. Delattinia 18), Saarbrücken, 383 S.

SAUER, E. (1993): Die Gefäßpflanzen des Saarlandes mit Verbreitungskarten. — (= Aus Natur und Landschaft im Saarland, Sonderband 5), Saarbrücken (Minister für Umwelt und Delattinia), 707.

SCHNEIDER, TH., WOLFF, P., CASPARI, S., SAUER, E., WEICHERDING, F.-J., SCHNEIDER, C. & P. GROß, mit Beiträgen von G. MATZKE-HAJEK, R. FRITSCH & P. STEINFELD (2008): Rote Liste und Florenliste der Farn- und Blütenpflanzen (Pteridophyta et Spermatophyta) des Saarlandes. In: Rote Liste gefährdeter Tiere und Pflanzen des Saarlandes, Atlantenreihe des Ministeriums für Umwelt des Saarlandes, Bd. 4: 23-120, Hrsg: Ministerium für Umwelt des Saarlandes und DELATTINIA e.V., Saarbrücken.

SCHULTZ, F. (1846 [1845]): Flora der Pfalz. — Speyer (Nachdruck Pirmasens 1971 [Richter]), LXXVI + 575 + 35 S.


Foto: V. blattaria in Griesborn

________________________________________________________________________________________________A. Staudt

 

 

keine weiteren Informationen vorhanden!10. Juli 2010 sehr große Kolonie des Ameisenlöwen Euroleon nostras unter
einer Autobahnbrücke im Westsaarland.
Autobahnbrücke mit Euroleon
Foto: Autobahnbrücke mit Euroleon-Kolonie (>1000 Trichter)
 
Euroleon-Trichter
Foto: Fangtrichter von Euroleon nostras unter der Brücke
 
Euroleon nostras   Trichter von Euroleon
Foto: Ameisenlöwe Euroleon nostras
  Foto: Trichter von Euroleon nostras
Euroleon nostras Erkennungsmerkmal Im Freiland kann man die beiden im Saarland vorkommenden Arten Euroleon nostras und Myrmeleon formicarius, deren Larven diese auffälligen Trichterfallen anlegen, an einem deutlichen, großen und dunklen Fleck auf Coxa und Femur des 3. Beinpaares unterscheiden.

Myrmeleon besitzt diese Flecke, Euroleon dagegen nicht.
Foto: Ameisenlöwe Euroleon nostras, Femur III    
  Bilder der Imagines von Euroleon (von Ulf Heseler) aus dem saarländischen online-Atlas der Neuroptera: http://www.delattinia.de/saar_neuroptera/Galerie/11200b.jpg
http://www.delattinia.de/saar_neuroptera/Galerie/11200.jpg

_________________________________________________________________________________________________A. Staudt

 

keine weiteren Informationen vorhanden!28. Mai 2010 Megachile nigriventris, die Schwarzbürstige Blattschneider-
biene - nun auch an einem zweiten Standort im Saarland aufgetaucht.
Megachile nigriventris
Megachile nigriventris

Megachile nigriventris, Schwarzbürstige BlattschneiderbieneFotos: Elke Menzel- van den Bruck

In diesem Jahr erhielt die Verfasserin dieses Beitrags bei der ästhetischen Ausgestaltung ihres Gartens im Rotensteinerweg, Merzig, noch zusätzliche Unterstüzung durch eine zweite Blattschneiderbiene, Megachile nigriventris. Bisher war es immer Megachile circumcincta allein gewesen, die sich berufen fühlte den Bestand an Schmalblättrigen Weidenröschen (Epilobium angustifolium) im Garten zu verschönern.

Für den Botaniker ist der "Geschmack" der Blattschneiderbienen klar zu deuten: Sie lieben offenbar den Kompasslattich (Lactuca serriola):

Megachile - Fraßspuren
Foto: Die Spuren der Schneidearbeit von Megachile an Epilobium angustifolium

Gerd Reder, Hymenopteren-Kenner aus Flörsheim bei Worms, schreibt uns hierzu:
"Ein seltener Fund, anhand der schwarzen Bauchbürste, und Körpergröße ist die Art nicht zu verwechseln. In Rheinland-Pfalz ist die Art äußerst selten. Vor ein paar Tagen habe ich bei Speyer mein erstes Männchen gesammelt. Aus der Südpfalz gibt es auch einen aktuellen Nachweis. Anders verhält es sich in Baden-Württemberg und in Bayern, zumindest in BW will man sie sogar aus der Roten Liste herausnehmen."

Dr. Emil Weygand, unser saarländischer Wildbienenkenner, beobachtet die Art seit 1997 regelmäßig in seinem Garten in Nonnweiler. Weitere saarländische Vorkommen sind ihm bisher aber nicht bekannt geworden.

wichtige LINKS zum Thema Blattschneiderbienen:
Bildergalerie:
http://www.wildbienen-kataster.de/
Verbreitungskarten: www.aculeata.eu (Megachile gehört zur Familie Apoidae)

____________________________________________________________Elke Menzel- van der Bruck

 

keine weiteren Informationen vorhanden!Anthrenochernes stellae Lohmander, 1939 - ein Pseudoskorpion des
Anhangs II der FFH-Richtlinie neu für das Saarland

Anthrenochernes stellae


Im Rahmen von Untersuchungen zur Erstellung einer Checkliste für die Schwebfliegen (Diptera: Syrphidae) des Saarlandes wurde im Mai 2008 im Niedtal auf einem teilweise verbuschten Halbtrockenrasen eine Malaise-Falle ausgebracht. Diese Malaise-Falle erbrachte nun unerwartet den Erstnachweis der sehr seltenen FFH-Anhangsart Anthrenochernes stellae für das Saarland.
Ein Exemplar dieser seltenen Pseudoskorpionart hing am Hinterbein einer Schwebfliege (Myathropa florea). Die Art ist nach der Flora-Fauna-Habitatrichtlinie (Anhang II) geschützt.

Eine Publikation in den Abhandlungen der DELATTINIA ist für Band 35 vorgesehen.

_____________________________________________________Axel Ssymank & Christoph Muster

 

keine weiteren Informationen vorhanden!18. April 2010, die Orchideen-Saison im Saarland beginnt

 

Während einer Exkursion in den Bliesgau am 18.04.2010 wurden auf einer südexponierten, kalkigen Hanglage die wohl ersten blühenden Orchideen des Jahres im Saarland festgestellt.
Etliche Exemplare des Kleines Knabenkrautes (Orchis morio L.) standen bereits in Vollblüte, die ersten Brand-Knabenkraut-Pflanzen (Orchis ustulata L.) beginnen nun zu blühen.

Das nun zurückliegende, Ende November eingetretene und sich bis Ende Februar erstreckende Winterwetter mit sowohl ausdauernden Frostperioden und Schneedecken als auch Tiefsttemperaturen bis minus 15° C im Südsaarland, hat den Blühbeginn dieser beiden Knabenkraut-Arten offenbar nicht verzögert. Ansonsten zeigen die Wiesen der Hanglage überwiegend noch einen grau-grün-farbenen Vorfrühlingsaspekt mit Farbtupfern aus den Blüten von wenigen früh blühenden Arten.

 
Orchis morio  
Orchis ustulata

Foto oben: Gruppe von Orchis morio L., Kleines Knabenkraut, in direkter Nachbarschaft der Brand-Knabenkräuter

Die Frühlings-Segge (Carex caryophyllea LATOURR.) war bereits verblüht, die Vorkommen von Filz-Segge (Carex tomentosa L.), Wiesen-Schlüsselblume (Primula veris L.), Gewöhnlichem Frühlings-Fingerkraut (Potentilla tabernaemontani ASCH.), Zypressen-Wolfsmilch (Euphorbia cyparissias L.), Gewöhnlicher Schlehe (Prunus spinosa L.) und zwei hier verwilderte Prunus-Arten, Kirsch-Pflaume (Prunus cerasifera ssp. myrobalanus EHRH.) und Stein-Weichsel (Prunus mahaleb L.) sind bereits in der Vollblüte, Exemplare der Vogel-Kirsche (Prunus avium L.) sind kurz davor. Die Bestände von Spitz-Wegerich (Plantago lanceolata L.), Wald-Erdbeere (Fragaria vesca L.), Wundklee (Anthyllis vulneraria L.), Gewöhnlichem Hornklee (Lotus corniculatus L. ssp. corniculatus), Gewöhnlichem Kleinen Wiesenknopf (Sanguisorba minor SCOP. ssp. minor), Blaugrüner Segge (Carex flacca SCHREB.) und Löwenzahn (Taraxacum spec.) stehen im Stadium des Blühbeginns.

Foto: Orchis ustulata L., Brand-Knabenkraut, am 18.04.2010 bei Habkirchen im Südsaarland
 
Auch die Tagfalterfauna präsentierte sich noch mit dem Artenspektrum der ersten Frühlingswochen. Es flogen Tagpfauenaugen (Inachis io, 6 Expll.), Zitronenfalter (Gonepteryx rhamni, 4 m, 1 w), Aurorafalter (Anthocharis cardamines, 7 m, 4 w) und die offenbar erst an diesem Wochenende geschlüpften Arten Kleiner Perlmuttfalter (Boloria dia, 5 Expll.) und Dunkler Dickkopffalter (Erynnis tages, 2 Expll.) (Beobachtungszeitaum: 40 Minuten).
 
______________________________________________________________20.04.2010, Franz-Josef Weicherding

 


keine weiteren Informationen vorhanden!04. Feb. 2010, neue Vereinssatzung der Delattinia ab 2010
Protokoll der Jahresversammlung 2009

 

2009

keine weiteren Informationen vorhanden!12. Okt. 2009, Zweiter Nachweis des Spinnenläufers Scutigera coleoptrata
(LINNAEUS, 1758) (Chilopoda, Scutigeridae) im Saarland.
Jürgen Wiesmeier, Heckendalheim, teilt uns im Oktober 2009 den Fund eines Spinnenläufers in Hecken-dalheim mit. Nach SCHLOTMANN ist die Art bereits aus dem Saarland bekannt.
 
Scutigera in Heckendalheim
Foto: Spinnenläufer Scutigera coleoptrata in Heckendalheim (Foto: J. Wiesmeier)


weitere Funde im Saarland:

2010: Adolf Schmidt, Sulzbach, Feldstraße 37 (im Haus)

Literatur:

SCHLOTMANN, F. & L. SIMON (2005): Die Verbreitung des Spinnenläufers – Scutigera coleoptrata (LINNAEUS, 1758) – in Deutschland (Chilopoda: Notostigmophora: Scutigeromorpha: Scutigeridae). – Fauna und Flora in Rheinland-Pfalz 10 (3): 971-990. Landau.

SCHLOTMANN, F. (2007): Neue Nachweise des Spinnenläufers (Scutigera coleoptrata) in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. – Fauna und Flora in Rheinland-Pfalz 11 (1): 215-218. Landau.

HIMMLER, Heiko (2009): Weitere Nachweise des Spinnenläufers (Scutigera coleoptera); POLLICHIA-Kurier 25/30:30 Download

 

_____________________________________________________________________________________________A. Staudt

 

keine weiteren Informationen vorhanden!07. Sept. 2009, Die Kleine Malve Malva pusilla Sm. (Malvaceae) neu
im Saarland.
.
Am 07. September 2009 fiel dem Verf. am Rand eines asphaltierten Feldwirtschaftswegs auf dem Sommerberg zwischen Bliesransbach und Gräfinthal (TK Kleinblittersdorf 6808/232) eine zunächst an Malva neglecta erinnernde, aber ungewöhnlich kleinblütige Malve auf. Der kleine gesammelte Beleg entpuppte sich zu Hause nach Befragung der Bestimmungsliteratur als Malva pusilla.
Am 11. September wurde der Standort noch einmal zur Belegentnahme und Untersuchung der Begleitflora aufgesucht. Dabei wurden auf einer Länge von knapp hundert Metern zahlreiche weitere Pflanzen gefunden, die meisten sowohl fruchtend als auch noch blühend. (Die Belege sind dankenswerterweise von Peter Wolff überprüft worden und werden im Saarland-Herbar aufbewahrt).
Der an den Feldweg angrenzende Acker war frisch umgebrochen worden, doch einige wenige Pflanzen, die den Eingriff überlebt hatten, verrieten, dass ursprünglich das Vorkommen wohl noch reicher gewesen sein musste. Die Malven, die am Wegrand ungeschoren davongekommen waren, befanden sich in Gesellschaft folgender Arten: Aethusa cynapium, Amaranthus powellii, Anagallis arvensis, Capsella bursa-pastoris, Chenopodium album, Cichorius intybus, Convolvulus arvensis, Echinochloa crus-galli, Euporbia helioscopia, Fallopia convolvulus, Lactuca serriola, Polygonum aviculare s.l., Setaria pumila, Silene vulgaris s.l., Sinapis alba, Sonchus asper, Tripleurospermum perforatum und Veronica persica; am gegenüberliegenden Wegrand wuchsen auch Anagallis foemina, Euphorbia exigua und Lathyrus aphaca.
Malva pusilla
Foto 1: Malva pusilla ist an ihren kurzen, nicht oder kaum die Kelchblätter überragenden Blütenblättern zu erkennen.

Malva pusilla
, ein Archäophyt und salztoleranter Stickstoffzeiger, wird in den Bestimmungsfloren charakterisiert als "selten und unbeständig in Tretgesellschaften, in lückigen Unkrautbeständen, an Wegen und Schuttplätzen, auf trockenen, nährstoffreichen, oft kalkarmen Lehm- und Sandböden" (OBERDORFER 1973). Bislang fehlte die Art in der Florenliste des Saarlandes (SCHNEIDER et al. 2008).
In Deutschland kommt die ostmediterran-kontinental verbreitete Art nur sehr zerstreut vor und besitzt kleinere Nachweisverdichtungen in Norddeutschland und im östlichen Rheinland-Pfalz (HAEUPLER & SCHÖNFELDER 1988).

Eine besondere faunistische Note bekam der Fund von Malva pusilla durch die Entdeckung einer Raupe des Distelfalters (Vanessa cardui), die sich neben einer verlassenen Blatttüte in einem zweiten Malva-Blatt eingesponnen hatte (vgl. Foto 3). Nach dem Masseneinflug des Wanderfalters in diesem Jahr war zu erwarten, dass er das Nahrungspflanzen-Spektrum seiner Raupen erweitern würde, dennoch ist erstaunlich, dass auch an der im Gebiet extrem seltenen Malva pusilla eine Eiablage erfolgte.
(Nach Auskunft von Dr. Steffen Caspari sind in diesem Jahr Präimaginalstadien des Distelfalters auch auf Malva moschata und M. neglecta beobachtet worden; die Liste der Raupennahrungspflanzen umfasst mittlerweile 19 Arten).




Foto 2:
Die Teilfrüchte von Malva pusilla sind im Unterschied zu denen von Malva neglecta nicht glatt, sondern runzelig.

Foto 3: Rechts unten im Bild ist eine Distelfalterraupe zu erkennen, die sich in ein Blatt von Malva pusilla eingesponnen hat. In der Mitte unten eine verlassene Blatttüte.
_____________________________________________________________________________________________Ulf Heseler
Literatur:
HAEUPLER, H. & SCHÖNFELDER, P. (HRSG.) (1988): Atlas der Farn- und Blütenpflanzen der Bundesrepublik Deutschland. Stuttgart, 768 S.
OBERDORFER, E. (1973): Pflanzensoziologische Exkursionsflora. Stuttgart, 997 S.
SCHNEIDER, T. et al. (2008): Rote Liste und Florenliste der Farn- und Blütenpflanzen (Pteridophyta et Spermatophyta) des Saarlandes. 3. Fassung. In: MINISTERIUM FÜR UMWELT UND DELATTINIA (Hrsg.): Rote Liste gefährdeter Pflanzen und Tiere des Saarlandes. Atlantenreihe Bd 4, Saarbrücken, 571 S.

 

keine weiteren Informationen vorhanden!18. Aug. 2009, Die Gottesanbeterin Mantis religiosa an der Primsleite in Büschfeld gesichtet.

Nachdem im Jahr 2008 im Saarland von zahlreichen Stellen außerhalb der traditionellen Wärmegebiete Mantis-Sichtungen gemeldet wurden (->Bericht), ist es bezüglich dieser expansiven, thermophilen Fangschreckenart im Jahr 2009 bisher eher ruhig gewesen.
Nun erreichte uns eine Fundmeldung aus Büschfeld im Primstal zw. Wadern und Schmelz. Mitarbeiter der Firma DURAPROOF technologies GmbH (SAARGUMMI-Werke) sichteten dort am 18. Aug. 2009 ein Weibchen der Gottesanbeterin Mantis religiosa (Finder: Joachim Weinand).
Mantis religiosa in Büschfeld/Saar
Foto: Mantis religiosa auf dem Gelände der SAARGUMMI-Werke in Büschfeld/Saar

Eine weitere Meldung erreichte uns am 22. August 2009 aus Alt-Saarbrücken. Auch dort hatte sich ein Tier ins Haus verflogen (Finderin: Lisa Karos).
Eine weitere -->Sichtung im Warndt (Ronny Strätling, Saarländisches Schmetterlingsforum).

Am 31. August 2009 beobachtete Emil Weigand ein Weibchen bei Reinheim und schickte uns dieses Foto:
Foto: Gottesanbeterin bei Reinheim

 

Meldungen 2010:

Hülzweiler, Kindergartenstraße
mehrfach zwischen Mitte Juni und Anfang August im Garten beobachtet, Edgar Theobald
zw. Ensorf und Schwalbach,
am 26.Aug. 2010 gegen Windschutzscheibe geflogen, Frau Kohl, Schwalbach
Hammelsberg bei Perl bzw. Apach
am 01. Sept. 2010, 4 Exemplare, Elke Menzel-van den Bruck, Merzig
KITA Einöd
am 02. Sept. 2010 von Luis Neumann eingefangen

________________________________________________________________________________________________A. Staudt
(herzlichen Dank an Steffen Caspari und Andreas Werno für die Weiterleitung der Meldungen)

keine weiteren Informationen vorhanden!03. Aug. 2009, Sumpf-Storchschnabel und Himmelsleiter, zwei neue Artenim Oberthaler Bruch.
Geranium palustre
Foto: Sumpfstorchschnabel (Geranium palustre) im Oberthaler Bruch (Foto: M. Scherer)
Foto: Himmelsleiter (Polemonium caeruleum) im Oberthaler Bruch
 
 
Seit ca. zwei Jahren kann man im Oberthaler Bruch die Ausbreitung zweier neuer Arten beobachten, Geranium palustre und Polemonium caeruleum. Beide Arten haben dort bis 2009 schon beachtliche Bestände aufgebaut.

Nach der floristischen Kartierung Deutschlands hat Geranium palustre (->Verbreitungskarte FloraWeb) linksrheinisch nur ganz wenige Fundstellen, Pirmasens-Süd (TK 6811) und Daun (TK 5806). Die Art scheint die atlantisch getönten Bereiche Deutschlands zu meiden. Im Saarland gab es bisher noch keine Beobachtungen.
F.-J. Weicherding fand 2008 zwei Vorkommen von Polemonium in Feuchtwiesen im Kreis St. Wendel (schriftl. Mitteilung). Der Ursprung der Pflanzen bleibt unklar. Neben einer natürlichen Arealerweiterung der in Deutschland vorkommenden Sippen käme als vielleicht wahrscheinlichere Möglichkeit eine Verwilderung von Gartenkulturpflanzen in Frage. Die Himmelsleiter gehört seit Jahren in das Standard-Staudensortiment der saarländischen Gartenmärkte. Sie erweist sich in der Gartenkultur als sehr robust und wegen der überaus reichen Samen- und Ausläuferproduktion als sehr ausbreitungsfreudig. In die Frage der Herkunft könnte ein Versuch der Ermittlung der genauen Polemonium-Sippe Klarheit bringen.

(-> http://www3.interscience.wiley.com/journal/118722139/abstract).
(->Verbreitungskarte, FloraWeb).


Herr Riotte aus Gronig, der ein langjähriger Beobachter des Oberthaler Bruches ist, sah die ersten "Einwanderer" sowohl von Geranium palustre als auch Polemonium schon vor über 20 Jahren an dem Steg, der über die Blies führt (schriftl. Mitt.).

Literatur: M. Feulner, B. M. Möseler & W. Nezadal (2008): Introgression und morphologische Variabilität bei der Blauen Himmelsleiter, Polemonium caeruleum L. in Nordbayern, Deutschland. – Feddes Repertorium 112(3/4): 231–246, Berlin.

____________________________________________________________________________________M. Scherer & A. Staudt

 

keine weiteren Informationen vorhanden!21. Juli 2009, Erster Fund der Springspinne Macaroeris nidicolens
im Saarland.
Macaroeris nidicolens
Foto: Macaroeris nidicolens, Männchen, Lebach/Saar (->aktuelle Nachweiskarte)
(Hinweis: Männchen und Weibchen der Art sehen sehr verschieden aus)

Auch Arztbesuche können die arachnologische Forschung weiterbringen. So geschehen am Dienstag, den 21. Juli 2009, Am Markt in Lebach/Saar. Während ich im Behandlungszimmer auf den Arzt warten mußte, fiel mir im Rahmen des offenen Fensters eine Springspinne auf, die dort, viel munterer als ich, herumturnte. Natürlich mußte ich mir das etwas genauer ansehen und erkannte sofort, dass ich diese Spinnenart aus Südwestdeutschland noch nicht kannte. Bezüglich der Art hatte ich gleich den richtigen Verdacht, da Macaroeris nidicolens genau die Springspinnenart ist, mit deren Auftauchen in Folge der derzeitigen Wärmeperiode auch im Saarland jederzeit zu rechnen war. Unter den Springspinnen scheint diese mediterrane Art das derzeit größte invasive Potenzial zu besitzen sich in Mitteleuropa auszubreiten. Die Einwanderungswege sind noch unklar. Es gibt Hinweise, dass die Art über Westeuropa (Niederlande, Belgien) kommend durchs Rheintal hochwandert, andererseits aber auch Beobachtungen, die zeigen, dass eine Einwanderung entlang der traditionellen Wanderwege für thermophile Arten, also durch die Burgundische Pforte und dann den Rhein flussabwärts, ebenso in Frage kommt.

Erstmals wurde die Art 1995 für Deutschland aus Köln gemeldet (JÄGER 1995). Fotos von Tieren aus Bonn (leg. KLAPKAREK) findet man z.B. auf der Internetseite von Axel Steiner (->Natur-in-NRW.de). Der Anstieg der Beobachtungen in NRW ist in Jürgen Peters Insektenfotos.de - Forum sehr schön nachzuvollziehen.

Der erste publizierte Nachweis aus Süddeutschland betrifft ein Vorkommen in Hirschberg an der Bergstraße (östl. Mannheim, Baden-Württemberg) (WUNDERLICH 2008). Dort habe ich am 10.05.2009, als ich bei Jörg Wunderlich auf eine Tasse Kaffee vorbeischaute, auf dessen Terrasse zufälllig auch ein Jungtier der Art einfangen können. Die Fotos findet man in der Fotogalerie der Arachnologischen Gesellschaft e.V. (AraGes). Die nächste Spur der Art führt uns nochmals nach Baden-Württemberg, diesmal nach Ludwigsburg bei Stuttgart, wo Andreas Haselböck im Juni dieses Jahres (10.06.2009) ein Männchen der Art ablichten konnte (->siehe hier).
Ein Macaroeris-Vorkommen in Belgien (Brüssel) ist hier sehr schön dokumentiert:
(->http://richardunord6.skynetblogs.be/tag/1/Macaroeris%20nidicolens ).

Literatur:
JÄGER, P. (1995): Erstnachweis von Macaroeris nidicolens und Icius subinermis für Deutschland in Köln (Araneae: Salticidae).- Arachnol. Mitt. 9: 38-39.
WUNDERLICH, J. (2008): Notes on the northwards spreading of the Jumping Spider species (Salticidae) Macaroeris nidicolens (Walckenaer 1802). -- Beitr. Araneol., 5: 736-737.

______________________________________________________________________________________________ A. Staudt

 

keine weiteren Informationen vorhanden!11. Juli 2009, Massaker oder Drama im Pfälzer Wald an der B10, Abfahrt Ruppertsweiler?
Schauplatz des Geschehens ist ein kleiner Hügel, der im Zuge des Ausbaues der B10 entstanden ist. Auf dieser nur wenige Quadratmeter großen Anhöhe entdeckte ich am Samstag, den 11. Juli 2009, die Überreste unzähliger Hirschkäfer-Männchen (Lucanus cervus). Was ist hier passiert? Haben wir hier so etwas wie einen Elephantenfriedhof für Hirschkäfer vor uns, oder handelt es sich um den Lagerplatz eines überaus erfolgreichen Hirschkäfer-Jägers?
Hirschäfer-Friedhof bei Ruppertsweiler
Foto: Hügel an der B10 bei Ruppertsweiler mit unzähligen Hirschkäfer-Überresten
 
Lucanus cervus
Lucanus cervus
Foto: Überreste von Lucanus cervus, dem Hirschkäfer
Die Spurensicherung vor Ort ergab, dass die Überreste offensichtlich im Verlauf eines größeren Zeitraumes an den Tatort verbracht wurden. Einziger Verdächtiger am Tatort war eine Rabenkrähe.

Delattinia-Mitglied Werner Schmidt-Koehl machte am 25. Mai 2008 eine ganz ähnliche Beobachtung im Bitcher Land (Schmidt-Koehl 2010).

Sonstige Beobachtungen:
Auf den im Zuge des Straßenneubaus neu entstandenen Sandböschungen fanden sich (selten) an völlig ungeschützten Stellen einzelne Trichter von Ameisenlöwen.
Ameisenlöwentricher bei Ruppertsweiler
Foto: Fangtrichter eines Ameisenlöwen
Ameisenlöwe Ruppertsweiler
Foto: Larve von cf. Myrmeleon formicarius
Mehr als der Ameisenlöwe erregte die potenzielle Beute am Rande des Trichters (siehe Foto) mein Interesse. Diese "Wegameise" erschien mir doch etwas merkwürdig. Und tatsächlich, bei Anwendung des Maximalzooms meiner Kamera entpuppte sich die Ameise als Wanzenlarve:
Alydus calcaratus Larve
Foto: Larve von Alydus calcaratus, dem Rotrückigen Irrwisch.
Anlass für die Exkursion war natürlich eine Spinne.
An der B10, Ausfahrt Ruppertsweiler, hatte der bekannte Tierfotograph Heiko Bellmann voriges Jahr auf der Heimfahrt von einem Besuch des Saarlandes mehr oder weniger zufällig ein großes Vorkommen einer recht seltenen Baldachin-Spinne, Frontinellina frutetorum, entdeckt. Da ich diese thermophile Art schon mehr als 20 Jahre lang nicht mehr gesehen habe, hatte ich die Örtlichkeit kurzerhand auf meine Prioritätenliste der Exkursionsziele für 2009 gesetzt.

Vor Ort hatte ich keine Probleme die Art zu finden. Sie baut ihre Netze in die Jungkiefern, die sich in großer Zahl auf den frischen Sandböschungen der neu ausgebauten B10 etabliert haben. Wahrscheinlich befinden sich auf jeder der Kiefern dort (siehe Foto oben) ein oder gar mehrere Netze. Männchen konnte ich keine finden. Für mich waren die Netze in keiner Weise auffällig und nicht auf Anhieb von den Netzen von Linyphia oder Neriene zu unterscheiden. Möglich, dass ich die Art in der Vergangenheit daher öfters (immer?) übersehen habe.
Die Bewohner von großen Baldachin-Netzen sind nämlich mit der Klopfschirmmethode, die ich favorisiere, nicht adaequat nachzuweisen, da sie sich praktisch nicht aus ihren Netzen herausklopfen lassen. Besser man fasst beherzt mit der Hand zu, um so die Tiere aus den Netzen herauszuholen. Anschließend klebt einem dann das halbe Netz auf Arm und Kleidung. Alle in Frage kommenden Arten (mit Ausnahme von Frontinellina natürlich) sind ausgesprochen häufig und vor Ort bestimmbar, so daß ich mir diesen Aufwand in der Regel nicht mache, vergesse aber dadurch häufig die Tiere zu notieren oder überhaupt anzusehen.
Frontinellina frutetorum
Foto: Frontinellina frutetorum

Literatur:
NIEHUIS, M. & S. SEBALD (unter Mitarbeit von M. WEIZEL) (2008): Beitrag zur Kenntnis der Ameisenjungfern von Rheinland-Pfalz (Insecta: Neuropterida: Neuroptera: Myrmeleontidae) - Fauna und Flora in Rheinland-Pfalz, Zeitschrift für Naturschutz, Bd 11, Heft 2 (2008), 459-515.

SCHMIDT-KOEHL, Werner (2010): Une grande bouffe de Lucanes, Lucanus cervus L., 1758 (Coleoptera, Lucanidae). - Société Lorraine D'Entomologie, Bulletin n° 13 (2010), 36-38.

______________________________________________________________________________________________ A. Staudt

 

keine weiteren Informationen vorhanden!18. Juni 2009, Neue Funde der Gespensterwanze Phymata crassipes
im Saarland.
Die Gespensterwanze Phymata crassipes zählt zu den bizarrsten Arten unserer Wanzenfauna. Sie gehört zur Familie der Reduviidae (Raubwanzen) und ist die einzige heimische Vertreterin der Unterfamilie der Phymatinae. Die morphologischen Abweichungen von den Raubwanzen sind allerdings so groß, dass die Gespensterwanzen auch in eine eigene Familie eingeordnet werden.
Die Gattung Phymata ist mit 80 Arten in Neotropis und Nearktis, aber nur mit vier Arten in der Paläarktis vertreten. In Mitteleuropa kommt nur die Art P. crassipes vor, eine nach WACHMANN et al. (2006) nur in SW-Deutschland etwas häufigere Art; im Saarland ist sie jedoch mit bislang nur 5 Nachweisen eher eine Rarität.
Phymata crassipes
Foto: Phymata crassipes an der Rebenklamm bei Reinheim (Foto: U. Heseler, 18.06.2009)

Die Vorderbeine dieser unverkennbaren Art sind zu Fangbeinen umgewandelt, dabei werden die Schienen (mit den verkümmerten Fußgliedern) gegen die Schenkel eingeklappt. Mit ihnen ergreift der von Wanzenfreunden liebevoll "Teufelchen" genannte Lauerjäger seine Beute. Die Körpergestalt erinnert an vertrocknete Pflanzenteile. Die Fühler werden in Ruhe in seitlich am Kopf verlaufenden Rinnen eingelegt. Die xero-thermophile Art ist auf Blüten in trocken-warmen Habitaten wie Kalkmagerrasen, und Felsheiden zu finden, wo die Tiere, ähnlich wie Krabbenspinnen, Blütenbesucher erbeuten, die deutlich größer sein können als sie selbst.
Die bis 2006 einzigen Nachweise im Saarland stammen von Aloysius Staudt, der die Art in den Jahren 2002 - 2003 bei Saarfels/Beckingen (->Newsbeitrag), im NSG Badstube bei Mimbach (->Newsbeitrag) und im NSG Hammelsberg bei Perl (->Newsbeitrag) fand (KALLENBORN 2006).
Am 15. Juli 2006 gelang dem Autor dieser Zeilen ein vierter Nachweis der Art, zugleich ein Erstnachweis für den Naturraum Saar-Blies-Gau: in einem Kalkmagerrasen am Osthang des Würzlings südl. Bebelsheim (6808/415) wartete auf dem Blütenkopf einer Margerite ein subadultes Exemplar auf Beute.

Es sollten zwei Jahre vergehen, bis der nächste Nachweis gelang: Am 18. Juni 2009 wurden zwei adulte Tiere am Magerrasenhang nordwestl. der Rebenklamm nördl. Reinheim gefunden.
Das eine Tier, das sich durch seine dunklere Färbung als Männchen auswies, hatte auf dem Blütenstand einer Margerite eine nicht bestimmte kleine Hymenoptere erbeutet. Nachdem der Räuber die Überreste seiner ausgesaugten Beute fallen gelassen hatte, fuhr sein Rüssel in die Röhrenblüten seines Blumenansitzes, als wollte das - eigentlich als rein zoophag geltende -Tier mit einem Schluck Nektar seine Mahlzeit beschließen.
Die Wanze erklomm schließlich die Zungenblüten ihrer Warte, um davon zu fliegen. Wenige Meter entfernt wurde abermals ein männliches Exemplar, ebenfalls auf einer Margerite, gefunden. Der Vergleich der Belegfotos läßt freilich vermuten, dass es sich möglicherweise um dasselbe Tier gehandelt hat.
Schließlich wurde, keinen Steinwurf entfernt, ein ebenfalls adultes Exemplar auf dem Blütenstand einer Skabiose entdeckt. Die eher gelbbraune Färbung läßt hier auf ein Weibchen schließen. Auch dieses Tier hielt nur magere Kost, einen millimetergroßen schwarzen Käfer, in seinen Fängen.
Vielleicht regen die geschilderten Beobachtungen auch heteropterologische Laien dazu an, nach diesen interessanten und leicht kenntlichen Wanzen Ausschau zu halten, denn es bedarf zu ihrer
Phymata crassipes
Bestimmung keiner Spezialkenntnisse. Angesichts der Vielzahl gut geeigneter Biotope im Saarland ist Foto: Phymata crassipes an der Rebenklamm bei Reinheim
(Foto: U. Heseler, 18.06.2009)
sicher mit weiteren Nachweisen zu rechnen.  


_____________________________________________________________________________________________Ulf Heseler

Literatur:
KALLENBORN H.G. (2006): Copium clavicorne (LINNAEUS, 1758), eine Blütengallen induzierende Tingide, und weitere Ergänzungen zur Wanzenfauna des Saarlandes (Insecta: Heteroptera).- Abh. der Delattinia 31: 79-87

WACHMANN, E., MELBER, A. & DECKERT, J. (2006): Wanzen, Band 1. Die Tierwelt Deutschlands, 77. Teil. - Goecke & Evers, Keltern.

WACHMANN, E. (1989): Wanzen beobachten - kennenlernen. Neumann-Neudamm, Melsungen.

 

keine weiteren Informationen vorhanden!17. Juni 2009, Erster Fund der Kugelspinne Steatoda triangulosa
im Saarland.
Foto: Steatoda triangulosa, Weibchen, in Saarlouis-Picard
Steatoda triangulosa ist eine thermophile Kugelspinne, die seit den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts für die Wärmegebiete um Mainz herum bekannt ist. So schreibt BRAUN (1957), dass die Art, damals hiess sie noch Teutana triangulosa, auf dem Campus der Universität Mainz "ungemein häufig" sei, er aber auch Tiere in Mainz-Bretzenheim im Freien gefunden habe. Seit dieser Zeit hat sie sich stetig aber langsam im Oberrheingraben und wohl auch am Mittelrhein ausgebreitet, ist aber synanthrop geblieben.
In Folge der derzeitigen Wärmeperiode ist es nun offenbar zu einem massiven Invasionsschub gekommen, denn seit ca. 10 Jahren wird die Art vermehrt von Laien in häuslicher Umgebung in ganz Deutschland beobachtet. Die professionellen Arachnologen dagegen haben sich hier wieder einmal eine Gelegenheit entgehen lassen, das Ausbreitungsverhalten von Arthropoden gezielt erforschen zu können.
Nun ja, dies trifft ja auch auf die Spinnenforschung im Saarland zu, denn obiges Exemplar mußte sich erst persönlich im Büro des ältesten saarländischen Spinnenforschers vorstellen, um als neue Art im Saarland überhaupt erst wahrgenommen zu werden.
______________________________________________________________________________________________ A. Staudt

 

keine weiteren Informationen vorhanden! 14. Juni 2009, Fund der Violetten Sommerwurz Orobanche purpurea
im NO-Saarland.
Die Violette Sommerwurz gehört zu den seltensten Pflanzenarten des Saarlandes. Hinzu kommt eine gewisse natürliche Unbeständigkeit an ihren Wuchsorten, so dass die Begegnung mit dieser Art auch für den professionell tätigen Botaniker immer ein besonderes Erlebnis bleibt.
Die letzte Beobachtung reicht z.B. bereits in das Jahr 2002 zurück und wurde ebenfalls hier veröffentlicht.
Frau Marianne Scherer fand die Art nun Mitte Juni im Nordost-Saarland und stellte uns die Fotos zur Verfügung.

Der Fundort liegt auf der Gemarkung Güdesweiler, Flur 2, Flurstücke 45/1, 45/2, Auf der Kirschendell (NE Silzwald, MTB 6408/422, Gauss-Krüger-Rechtswert 2580600, Hochwert 5488950, 14.06.2009).

Bemerkenswert am aktuellen Fund (ca. 50 Exemplare) ist auch der Wuchsort in Güdesweiler. Es handelt sich hier offensichtlich um eine sehr intensiv genutzte Wiese (Weidelgras-Weißklee-Typ). Normalerweise präferiert die Art nämlich sehr extensiv genutzte (bis fast brachliegende), sehr magere Trockenhügel.


07.06.2010: erneutes Auftreten der Art mit ca. 7 Exemplaren
Orobanche purpurea Orobanche purpurea
Foto: Orobanche purpurea 2009 in Güdesweiler (Foto: Rudi Dupré)
 

 

keine weiteren Informationen vorhanden!Floristisch-faunistische Notizen aus dem Niedtal

 

keine weiteren Informationen vorhanden!18. April 2009, Von Sandbienen und Wollschwebern - eine Fußnote zum
Darwin-Jahr
Die Weiden-Sandbiene Andrena vaga gehört zu den früh fliegenden Wildbienenarten. Sie legt ihre Bodennester gesellig in sandigem Boden an und sammelt Pollen von Salix-Arten, um die Nester mit Larvennahrung zu verproviantieren. Die auffallend mit gelbem Pollen beladenen Weibchen bleiben dem aufmerksamen Blick des Spaziergängers ebenso wenig verborgen wie verschiedenen Parasitoiden unter den Insekten, die den vom Beuteflug heimkehrenden Wirtsbienen auflauern, um ihre Kuckuckseier in deren Nester zu legen.
Andrena vaga Andrena vaga
Foto 1: Andrena vaga, Männchen (Foto: Ulf Heseler) Foto 2: Andrena vaga, Weibchen (Foto: Ulf Heseler)


Darwins Selektionstheorie beruht bekanntlich u.a. auf der Beobachtung, dass trotz eines hohen Nachkom-mensüberschusses die Populationen der meisten Arten langfristig konstant bleiben. Die Mehrzahl der Nach-kommen müsse also verschiedenen Umweltfaktoren zum Opfer fallen wie Fressfeinden, Parasit(oid)en, ungünstiger Witterung usw.

Wie hoch der Tribut ist, den Wildbienen an Parasitoide zu entrichten haben, mögen folgende
Beobachtungen zeigen:
Schauplatz des kleinen Dramas ist eine kaum zwei Quadratmeter große Kolonie der Weiden-Sandbiene Andrena vaga an einem südexponierten, sandigen und bodenoffenen Wegrand im Wald ("Franzosengrab") zwischen St. Ingbert und Rohrbach. Die Kolonie beginnt, je nach Witterung, meist im März (im Jahre 2007 bereits am 12.März) sich zu beleben, wenn die Sandbienen-Männchen dicht über dem Sandboden patrouillieren in Erwartung paarungsbereiter Weibchen, die erst nach ihnen schlüpfen. Dann erscheinen weitere Akteure auf der Bühne, um ihren Part zu spielen: Wollschweber (Bombylius maior), Kuckucksbienen (Nomada lathburiana), Blutbienen (Sphecodes spec.), parasitoide Fliegen aus der Familie der Sarcophoridae (Miltogramma spec.) und schließlich Rote Waldameisen (Formica spec.), welche vor allem die Rolle des Totengräbers, weniger die des Prädators spielen.
Ob die sporadisch am Schauplatz des Geschehens erscheinenden Feld-Sandlaufkäfer (Cicindela campestris) Mitspieler, Statisten oder Zuschauer sind, kann nicht beurteilt werden.

Foto 3: Kuckucksbiene (Nomada lathburiana) belauert heimgekehrtes Andrena vaga-Weibchen (Foto: Ulf Heseler)
Der auffälligste Parasitoid ist der Große Wollschweber (Bombylius maior), ein pelzig behaarter, mit einem langen, nicht einziehbaren Saugrüssel versehener Zweiflügler, der in Kolibrimanier mit schwirrenden Flügeln vor den Blüten von Frühblühern steht, um Nektar zu saugen. Ständig fliegen mehrere Weibchen über der Sandbienen-Kolonie, tauchen die Abdomenspitze in den trockenen Sand, um die Eier mit einer feinen Staubschicht einzupudern und sie dann aus dem Flug auf die Wildbienennester zu werfen.
Die Entwicklung der Larven ist polymetabol: die beweglichen Erstlarven suchen die Wirtsnester auf und ernähren sich dort in den folgenden Stadien als träge Maden zunächst vom Futtervorrat der Wirtslarve, dann von dieser selbst. Nach der Überwinterung als Larve verpuppen sie sich im Wirtsnest. Die mit Borsten und Dornen versehene bewegliche Puppe gräbt sich im Frühjahr aus ihrem unterirdischen Verlies ins Freie, wo die Imaginalhäutung erfolgt.

Vor zwei Jahren wollte es der Zufall, dass ich Zeuge des Schlupfakts wurde: ein Dutzend teilweise noch nicht pigmentierter Wollschweber-Imagines hingen an einem warmen Märztag (13.03.07) unbeweglich an Halmen in der Kolonie ihres Wirtes, unter ihnen am Boden die leeren Puppenhüllen. Die Sandbienen nahmen nicht die geringste Notiz von ihren nun erwachsen gewordenen Wechselbälgen. Die Puppen-Exuvien wurden abgesammelt: es waren nicht weniger als 30 Exemplare, am nächsten Tag wurden weitere 40 Ex. aufgelesen, am folgenden Tag blieb die Nachsuche ergebnislos. Die Summe von 70 Puppenhäuten muss aber vermutlich nach oben korrigiert werden angesichts all derer, welche nicht gefunden, vom Winde verweht oder vielleicht von Ameisen davongetragen worden waren.

In diesem Jahr, 2009, lieferte ein Besuch am 12.04.09 an derselben Kolonie die Ausbeute von sage und schreibe 104 Bombylius-Exuvien. Die Beobachtungen mussten leider für ein paar Tage unterbrochen werden. Am 18.04.09, einem Regentag, wurden in der Kolonie weitere 25 Puppenexuvien gefunden, vermutlich solche, welche am 12.04.09
Bombylius maior
übersehen worden waren, denn meine Beobachtungen lassen vermuten, dass die meisten Tiere innerhalb der kurzen Zeitspanne von 1-2 Tagen schlüpfen. Ein weiterer Kurzbesuch am folgenden Tag, kurz   Foto 4: Puppenexuvie von Bombylius maior (Foto: Ulf Heseler)
(->weiteres Foto)
vor Mittag, bei besseren Wetterbedingungen (Sonne), erbrachte weitere 43 Puppenhäute, angesichts der nasskalten Witterung der vorangegangenen Tage sicher nicht die von frisch geschlüpften Tieren. Denn in der Kolonie schien das Leben nach mehrtägigem Regen bis auf zwei träge Sandbienen und eine Nomada lathburiana erloschen zu sein. Wollschweber zeigten sich nicht.
Bomylius maior
Foto 5: Zwei noch nicht ausgefärbte Wollschweber (Bombylius maior), darunter 3 Puppenexuvien (Foto: Ulf Heseler)
Nomada lathburiana Sphecodes spec.
Foto 6: Kuckucksbiene Nomada lathburiana
in Ruhehaltung
Foto 7: Blutbiene (Sphecodes spec.) auf Nesthügel von Andrena vaga.
Miltogramma spec. Formica spec.
Foto 8: Parasitoide Fliege (Miltogramma spec.): der bewegte "Treibsand" unter ihr verrät, dass das Andrenaweibchen sich im verschlossenen Nest befindet. Foto 9: Waldameies (Formica spec.) schleppt tote Andrena vaga ab
(Für Hinweise von Dipteren-Experten zu Miltogramma wäre der Autor dankbar).  
Diese Erfahrung zeigt, dass die Dunkelziffer der (z.B. in Falllaub und Grasbüscheln) unentdeckt bleibenden Exuvien hoch sein muss. Es ist daher sicher nicht übertrieben anzunehmen, dass in diesem Jahr wohl mindestens 200 Wollschweber allein von dieser kleinen Sandbienen-Kolonie "erbrütet" worden sind. Wenn man die schwieriger zu beziffernden Verluste durch Kuckuckucks-Bienen, parasitoide Fliegen und Räuber hinzurechnet, muss der Aderlass enorm sein, dem die Sandbienen-Population alljährlich ausgesetzt ist.
Und dennoch existiert die Kolonie unvermindert seit vielen Jahren, dank einer Fortpflanzungsrate, die sich im Laufe der Evolution auf diese Verluste eingestellt haben muss.
Interessant ist, wie bereits angedeutet, dass in der Sandbienen-Kolonie keine aggressiven Interaktionen zwischen Wirt und Parasitoid beobachtet wurden, die Wirtsbienen also nichts unternehmen, um sich ihrer Plagegeister zu erwehren, als habe sich bei einer entsprechend "eingestellten" Fortpflanzungsrate die Entwicklung besonderer Abwehrstrategien erübrigt.
_____________________________________________________________________________________________Ulf Heseler
Literatur:
BELLMANN, H. (1999): Der neue Kosmos-Insektenführer. Stuttgart.

JACOBS, W. (1998): Biologie und Ökologie der Insekten: ein Taschenlexikon/begr. von Werner Jacobs und Maximilian
Renner. - 3.Aufl./ überarb. von Klaus Honomichl. - Stuttgart; Jena; Lübeck; Fischer.
MÜLLER,A.,KREBS, A. & AMIET, F. (1997): Bienen. Mitteleuropäische Gattungen, Lebensweise, Beobachtung.
Naturbuch-Verlag, München.
WESTRICH, P (1990): Die Wildbienen Baden-Württembergs. Allgemeiner Teil. Ulmer, Stuttgart.

 

keine weiteren Informationen vorhanden!Floristisch-faunistische Notizen aus Trockengebieten des Nahe-Berglandes

Leienberg bei Hinzweiler/LK Kusel, Ergebnisse einer Exkursion am 21. März 2009

 

keine weiteren Informationen vorhanden!14. März 2009, Zugriffsstatistik auf DELATTINIA.DE im Jahr 2008

 



für die einzelnen Beiträge der Vorjahre auf die
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2008


keine weiteren Informationen vorhanden!16. Dez. 2008, Von Kobolden und Blasebälgen

keine weiteren Informationen vorhanden!19. Okt. 2008, Massenvermehrung und Exodus der Misthaufenspinne
Ostearius melanopygius bei Schengen/Luxemburg.

keine weiteren Informationen vorhanden!Bestimmungshilfe für Schaben (Blattoptera: Ectobiidae, Ectobius) in der Großregion
SAAR-LOR-LUX, Rheinland-Pfalz und Wallonien

keine weiteren Informationen vorhanden!26. Sept. 2008, Felsenspringer an den Hängen des Saartals bei Saarfels

keine weiteren Informationen vorhanden!25. Sept. 2008, Fund des seltenen Berg-Johanniskrauts (Hypericum montanum) im Warndt

keine weiteren Informationen vorhanden!25. Aug. 2008, Auffällige Häufung von Sichtungen der Gottesanbeterin Mantis religiosa im
Saarland im Sommer 2008

keine weiteren Informationen vorhanden!20. Aug. 2008, ein unauffälliger Neubürger, die Gefleckte Wolfsmilch
(Chamaesyce maculata) erobert die Pflasterfugen in unseren Ortschaften


keine weiteren Informationen vorhanden!
Floristisch-faunistische Notizen aus lothringischen Trockengebieten
Salmagne , Nachtrag 2008 - Ectobius panzeri

keine weiteren Informationen vorhanden!22. Mai 2008,
Floristisch-faunistische Notizen aus lothringischen Trockengebieten
Pagny-La-Blanche-Côte:
Côte sur le Preye
version francophone

keine weiteren Informationen vorhanden!15. Mai 2008, Funde bemerkenswerter Wanzen im Ostsaarland im Frühjahr 2008

keine weiteren Informationen vorhanden!
31. März 2008, die Felsenspringer von Hammerstein - Schau mir in die Augen.....

keine weiteren Informationen vorhanden!09. Februar 2008,
Floristisch-faunistische Notizen aus dem Saarland
Namenloser Felskopf im Leuktal bei Weiten

 
2007

 

keine weiteren Informationen vorhanden!Beitrag zur Kenntnis von Verbreitung und Häufigkeit des Winterhafts Boreus sp.
(Mecoptera: Boreidae) im Saarland (-->Bericht)
keine weiteren Informationen vorhanden! Contribution à la connaissance de la répartition du Borée hiémal Boreus sp.
(Mecoptera: Boreidae) dans le Land de la Sarre (-->rapport)

keine weiteren Informationen vorhanden!4. November 2007, Fund des Winterhafts Boreus sp. bei Oberhambach (Birkenfeld).

keine weiteren Informationen vorhanden!25. August 2007, die Mauerspinne Dictyna civica besiedelt auch die Ortschaften des
Saarlandes.

keine weiteren Informationen vorhanden!30. Juli 2007, Udo Gerhardt Schmetterlingsstiftung gegründet.

keine weiteren Informationen vorhanden!21. Juli 2007, Floristisch-faunistische Notizen aus lothr. Trockengebieten Salmagne

keine weiteren Informationen vorhanden!19. Juli 2007, Floristisch-faunistische Notizen aus lothr. Trockengebieten Autigny-la-Tour

keine weiteren Informationen vorhanden!
14. Juli 2007,
Floristisch-faunistische Notizen aus lothr. Trockengebieten Écrouves

keine weiteren Informationen vorhanden!
7. Juli 2007,
Floristisch-faunistische Notizen aus lothringischen Trockengebieten
Ailly-sur-Meuse u. "La Champagne" westl. St. Mihiel

keine weiteren Informationen vorhanden!
5. Juni 2007,
Erneute Beobachtung einer Mantis religiosa im Bliesgau
(-->weitere Beobachtungen).

keine weiteren Informationen vorhanden!
29. Mai 2007, Fund des Roten Waldvögleins Cephalanthera rubra an der Hetschermühle

keine weiteren Informationen vorhanden!15. Mai 2007, Fund einer weiteren Rarität in der Piesbacher Sandgrube: Osmunda regalis,
der Königsfarn.

keine weiteren Informationen vorhanden!
6. Mai 2007,
Floristisch-faunistische Notizen aus lothringischen Trockengebieten
Pagny-La-Blanche-Côte: La Blanche Côte - 2. Besuch

keine weiteren Informationen vorhanden!
6. Mai 2007,
Floristisch-faunistische Notizen aus lothringischen Trockengebieten
Pagny-La-Blanche-Côte:
Côte sur le Preye

keine weiteren Informationen vorhanden!
30. April 2007,
Floristisch-faunist. Notizen aus lothringischen Trockengebieten
Pagny-sur-Meuse / Troussey: Le Mont

keine weiteren Informationen vorhanden!
Nachtrag zu: Wiederfunde verschollen geglaubter Arten im mittleren Saarland vom Mai 2006
Drosera rotundifolia, Lycopodiella inundata und Neufund von
Pinguicula sp. für das Saargebiet

keine weiteren Informationen vorhanden!
10. März 2007, erste Notizen von der "Primsleite", dem diesjährigen Untersuchungs-
gebiet am Tag der Artenvielfalt -->Primsleite

keine weiteren Informationen vorhanden!1. Februar 2007, Asplenium (Phyllitis) scolopendrium (L.) Newm.
Neufund für das südwestliche Saarland

keine weiteren Informationen vorhanden!8. Januar 2007, Atlas der Lepidoptera des Saarlandes aktualisiert
http://www.delattinia.de/saar_lepi_online/index.htm

 

2006



keine weiteren Informationen vorhanden!
14. Oktober 2006,
Floristisch-faunistische Notizen aus lothringischen Trockengebieten
Pagny-La-Blanche-Côte
GoogleMaps-Version

keine weiteren Informationen vorhanden!
9. September 2006,
Floristisch-faunistische Notizen aus lothringischen Trockengebieten
Sexey-aux-Forges

keine weiteren Informationen vorhanden!
Juni 2006: Wiederfund von Eleocharis ovata (ROTH) ROEM. & SCHULT. im
Saarland"

keine weiteren Informationen vorhanden!01. August 2006, Dorda, Kühne, Wild [Hrsg.]: "Der Bliesgau - Natur und Landschaft im
südöstlichen Saarland" beim Institut für Landeskunde im Saarland e.V. erschienen.

keine weiteren Informationen vorhanden!26. Juli 2006, Über einige weniger bekannte Publikationen zu den Großschmetterlingen
des Saarlandes in der Bibliothek der DELATTINIA e.V. in Reden (-->Beitrag).

keine weiteren Informationen vorhanden!14. Juli 2006, Mantis religiosa im Bliesgau bestätigt (-->Details).

keine weiteren Informationen vorhanden!01. Juli 2006, Floristisch-faunistische Notizen aus Trockengebieten des
Nahe-Berglands
ROTENFELS, Bad Münster am Stein Exkursionsergebnisse 2006

keine weiteren Informationen vorhanden!24. Juni 2006, Floristisch-faunistische Notizen aus lothr. Trockengebieten Jaillon

keine weiteren Informationen vorhanden!19. Juni 2006, Florist.-faunist. Notizen aus lothr. Trockengebieten Fontenoy-Sur-Moselle

keine weiteren Informationen vorhanden!15. Juni 2006, Floristisch-faunistische Notizen aus lothr. Trockengebieten Jézainville

keine weiteren Informationen vorhanden!03. Juni 2006, Floristisch-faunistische Notizen aus lothr. Trockengebieten Waville

keine weiteren Informationen vorhanden!04. Juni 2006, Aktuelle Entwicklungstendenzen im NSG "Wolferskopf"

keine weiteren Informationen vorhanden!23. Juli 2005, Juncus subnodulosus im Manderener Tal, Nachtrag aus 2005

keine weiteren Informationen vorhanden!10. Mai 2006, zwei neue Fundstellen von Lithospermum purpureo-caeruleum
im saarländischen Niedgebiet

keine weiteren Informationen vorhanden! 03. Mai 2006, Wiederfunde verschollen geglaubter Arten im mittleren Saarland:
Drosera rotundifolia, Lycopodiella inundata und Neufund
von Pinguicula sp. für das Saargebiet.

keine weiteren Informationen vorhanden!Reisenotizen von der Kanareninsel Gran Canaria
http://www.spiderling.de/GranCanaria/Index.htm

 

2005

 

keine weiteren Informationen vorhanden!20. Möbel Martin Naturschutzpreis geht an die DELATTINIA

keine weiteren Informationen vorhanden! Der Blassgelbe Lerchensporn Pseudofumaria alba ssp. acaulis (Wulfen) Lidén, eine neue Art im Saarland

keine weiteren Informationen vorhanden!Der Schriftfarn, Asplenium ceterach L., neu im MTB 6707 Saarbrücken und einige Bemerkungen über die Verbreitung des Schriftfarns.

keine weiteren Informationen vorhanden!16. Okt. 2005, zur Bestandssituation des Fransen-Enzians(Gentianella ciliata) in der Gemeinde Schmelz

keine weiteren Informationen vorhanden!27. August 2005, Floristisch-faunistische Notizen: MICHELBERG, nördl. Ochtendung

keine weiteren Informationen vorhanden!23. August 2005, Floristisch-faunistische Notizen: SANDGRUBE Monsheim

keine weiteren Informationen vorhanden!21. August 2005, Floristisch-faunistische Notizen: ROTENFELS, Bad Münster am Stein

keine weiteren Informationen vorhanden!13. August 2005, Floristisch-faunistische Notizen: BREMROTH, Altenbamberg

keine weiteren Informationen vorhanden!6. August 2005, Floristisch-faunistische Notizen: Atzelsberg bei Langweiler/ LK Kusel

keine weiteren Informationen vorhanden!8. Juli 2005, Konzept zu einem Bestimmungsschlüssel zu einigen Sippen der Gattung Hypericum L. (Hypericum perforatum, Hypericum maculatum agg., Hypericum quadrangulum)

keine weiteren Informationen vorhanden!3. Juli 2005, der Ährenhafer (Ventenáta dúbia) neu für das Saarland

keine weiteren Informationen vorhanden!2. Juli 2005, Floristisch-faunistische Notizen: Arnaville und Lorry-Mardigny

keine weiteren Informationen vorhanden!21. Juni 2005, Lunaria rediviva – die Mondviole in der Guldenschlucht bei Einöd

keine weiteren Informationen vorhanden!18. Juni 2005, Ánthemis austríaca L. , eine Invasion bleibt 20 Jahre unbemerkt.

keine weiteren Informationen vorhanden!12. Juni 2005, Pýrola rotundifólia (L.) und Pýrola mínor (L.) zwei Pioniere in der Bergbaufolgelandschaft des Saarlandes

keine weiteren Informationen vorhanden!25. Mai 2005, Ranunculus platanifolius L. am Hellerberg bei Freisen

keine weiteren Informationen vorhanden!22. Mai 2005, weiterer Fund einer Roten Mordwanze Rhynocoris iracundus (PODA) im Saarland

keine weiteren Informationen vorhanden!26. Mai 2005, die Gattung Tragopógon im Saarland.

keine weiteren Informationen vorhanden!18. Mai 2005, Acker-Hahnenfuß (Ranunculus arvensis) in der Gemeinde Schmelz nach 20 Jahren wiedergefunden.

keine weiteren Informationen vorhanden!11. Mai 2005, das letzte Vorkommen des Aufgeblasenen Fuchschwanzgrases Alopecurus rendlei in Deutschland befindet sich im Wiesengelände zwischen Hülzweiler u. Schwalbach.

keine weiteren Informationen vorhanden!1. Mai 2005, im Moselgau (bei Perl) präsentiert sich derzeit der Steinsamen-Wald in voller Blütenpracht

keine weiteren Informationen vorhanden!2. April 2005, Fund einer Gelbwangenschildkröte (Trachemys scripta scripta) am Bur-Bach bei Von der Heydt

keine weiteren Informationen vorhanden!22. Januar 2005, weiterer Fund einer Marmorierten Steinläuferwanze Leptopus marmoratus im Saarland

keine weiteren Informationen vorhanden!6. Januar 2005, erster Nachweis von Simons Zitterspinne (Psilochorus simoni) im Saarland

keine weiteren Informationen vorhanden!6. Januar 2005, erster Nachweis der Rindenspinne (Cetonana laticeps) im Saarland

 

2004

 

keine weiteren Informationen vorhanden! 04. Dezember 2004, Fund der Steinläuferwanze Leptopus marmoratus im Saarland

keine weiteren Informationen vorhanden! September 2004, über die Verbindung von Denkmalschutz und Biodiversität

keine weiteren Informationen vorhanden! 27. August 2004, Fund einer Roten Mordwanze Rhinocoris iracundus (PODA) auf dem Haldengelände Landsweiler-Reden

keine weiteren Informationen vorhanden! 20. August 2004, neue Funde der Büffelzirpe Stictocephala bisonia Kopp & Yonke, 1977 im Saarland

keine weiteren Informationen vorhanden! 03. Juli 2004, Epilobium dodonaei und Crepis foetida haben den Andesit-Steinbruch "Höchsten" bei Lebach/Steinbach erreicht.

keine weiteren Informationen vorhanden! 03. Juli 2004, Massenbestand von Ranunculus sardous an der Ziegelei/Nalbach

keine weiteren Informationen vorhanden! 12. Juni 2004, aktuelle Tagfalter-Projekte im Saarland

keine weiteren Informationen vorhanden! 06. Juni 2004 kleiner Beitrag zur Bestandssituation der Frühen Nelkenschmiele (Aira praecox) in den Sandgebieten von Hüttersdorf, Honzrath/Hellwies und Besseringen.

keine weiteren Informationen vorhanden! 24. Mai 2004, Ajuga genevensis am Hofberg

keine weiteren Informationen vorhanden! 24. Mai 2004, der Behaarte Arznei-Thymian (Thymus pulegioides ssp. carniolicus = Th. froelichianus) am Hofberg, neu für das Saarland

keine weiteren Informationen vorhanden! 21. Mai 2004, die Bergzikade (Cicadetta montana) in diesem Jahr ungewöhnlich häufig in der Badstube bei Blieskastel/Mimbach.

keine weiteren Informationen vorhanden!21. Mai 2004, große Feldgrillenkolonie (Gryllus campestris) bei Bethingen entdeckt.

keine weiteren Informationen vorhanden!17. Mai 2004, Poa bulbosa, das Zwiebel-Rispengras auf der "Nunkircher Höhe" zwischen Michelbach und Nunkirchen

keine weiteren Informationen vorhanden!16. Mai 2004 Orchis ustulata in der Badstube

keine weiteren Informationen vorhanden! 15. Mai 2004, erfreuliche Bestandsentwicklung beim Skabiosen-Scheckenfalter im Saarland

keine weiteren Informationen vorhanden! 24. April 2004, Scorpiurium circinatum – Zweitfund für Deutschland

keine weiteren Informationen vorhanden! 24. April 2004, Sphaerocarpus texanus an der Obermosel

keine weiteren Informationen vorhanden! 24. April 2004, die Tapezierspinnen am Kreuzberg bei Bliesmengen-Bolchen
gehören zur Art Atypus piceus!

keine weiteren Informationen vorhanden!12. April 2004, Narzissen im Saarland

keine weiteren Informationen vorhanden!10. März 2004, ein Nachtrag aus dem Jahr 2002

keine weiteren Informationen vorhanden! 27. Februar 2004, der Veilchenblaue Wurzelhals-Schnellkäfer (Limoniscus violaceus), ein Urwald-Relikt in Steilhangwäldern an der Unteren Saar

keine weiteren Informationen vorhanden! 20. Februar 2004, Crocus tommasinianus HERBST- Elfen-Krokus, Bauernkrokus

 

2003


für den Beitrag -->hier cklicken Pyrgus armoricanus 2003 im Saarland

für den Beitrag -->hier cklicken 20. Oktober 2003, das "Küstenmoos" Ulota phyllantha jetzt auch im Saarland

für den Beitrag -->hier cklicken 22. Oktober 2003, Asclepias syriaca Linnaeus 1753, seit 3 Jahren in Altforweiler (Häsfeld)

für den Beitrag -->hier cklicken 17. Oktober 2003, Amaranthus blitum auf der Bergehalde Maybach

für den Beitrag -->hier cklicken 27. September 2003, Blüte des Deutschen Enzians Gentianella germanica am Hammelsberg bei Apach.

für den Beitrag -->hier cklicken 16. Oktober 2003, Erstfund des Bewimperten Sternlebermoos Riccia ciliata im Saarland

für den Beitrag -->hier cklicken 02. September 2003, Massenbestand von Epilobium brachycarpum C. Preslauf der Bergehalde der Grube Maybach.

für den Beitrag -->hier cklicken 24. August 2003, ein Nachweis der Büffelzirpe Stictocephala bisonia Kopp & Yonke, 1977 im Saarland

für den Beitrag -->hier cklicken 23. August 2003, Massenbestand von Bidens radiata THUILL. in den beiden trockengefallenen Zuläufen der Nonnweiler Talsperre.

für den Beitrag -->hier cklicken 22. August 2003, Fund eines aberranten Zweizahns an der Unteren Prims.

für den Beitrag -->hier cklicken 14. August 2003, Andreaea rothii ssp. rothii neu in Saarland und Hunsrück

für den Beitrag -->hier cklicken 29. Juli 2003, wieder seltene Wasserpflanzen in der Mosel.

für den Beitrag -->hier cklicken 09. Juli 2003, Nachweis der sehr wärmeliebenden, mediterranen Bodenwanze Tropidothorax leucopterus (Goeze) am Hammelsberg bei Perl bzw. Apach.

für den Beitrag -->hier cklicken 27. Juni 2003, der Teufel Phymata crassipes als Grenzgänger am Hammelsberg bei Perl bzw. Apach.

für den Beitrag -->hier cklicken 19. Juni 2003, Verbascum pulverulentum VILL. in großem Bestand auf einem Ruderalgelände zw. Perl und Besch.

für den Beitrag -->hier cklicken 24. Mai 2003, ca. 30 Gymnadenia conopsea (L.) R.Br. (Große Händelwurz) blühen derzeit im NSG "Südlicher Klapperberg" zwischen Gresaubach und Steinbach.

für den Beitrag -->hier cklicken 11. Mai 2003, und schon wieder Phymata crassipes

für den Beitrag -->hier cklicken 11. Mai 2003, erster Fund der Tapezierspinne Atypus ssp. im südlichen Bliesgau.

für den Beitrag -->hier cklicken 10. Mai 2003, "Le Stromberg" bei Contz-les-Bains

für den Beitrag -->hier cklicken 08. Mai 2003, Campanula patula (Wiesen-Glockenblume) zw. Schmelz und Nunkirchen

für den Beitrag -->hier cklicken Taraxacum nordstedtii auch im Saarland

für den Beitrag -->hier cklicken 01.05.2003, der Teufel Phymata crassipes (FABR.) auch in Lothringen (Nom français: Punaise-guitare)

für den Beitrag -->hier cklicken 21.04.200, Kleine Spinnen-Ragwurz (Ophrys araneola) in der Badstube bei Mimbach

für den Beitrag -->hier cklicken 13. Februar 2003, Höhlenkreuzspinne Meta menardi bei Sengscheid

 

2002

 

für den Beitrag -->hier cklicken 24.7.2002, Wimper-Perlgras (Melica ciliata) im Nordost-Saarland

für den Beitrag -->hier cklicken 10.8.2002, Gestreifter Klee (Trifolium striatum) im Primstal S Büschfeld

für den Beitrag -->hier cklicken Efeublättriger Hahnenfuß (Ranunculus hederaceus) am Hölzbach

für den Beitrag -->hier cklicken Genfer Günsel am Hofberg bei Reitscheid

für den Beitrag -->hier cklicken Pimpinella peregrina im Saarland erstmals aufgetaucht!

für den Beitrag -->hier cklicken Mauereidechsen (Podarcis muralis) im Kreis St. Wendel

für den Beitrag -->hier cklicken 25. Juni 2002, Carduus pycnocephalus L. am Hammelsberg/Perl

für den Beitrag -->hier cklicken 19. Juni 2002, Bienen-Ragwurze (Ophrys apifera) auch in Diefflen!

für den Beitrag -->hier cklicken 17. Juni 2002, 40 Bienen-Ragwurze (Ophrys apifera) in Schmelz/Aussen

für den Beitrag -->hier cklicken 11. Juni 2002, Kleewürger (Orobanche minor) wieder im Saarland aufgetaucht

für den Beitrag -->hier cklicken 04. Juni 2002, Cephalanthera rubra auf dem Friedhof "Neue Welt"/Saarlouis.

für den Beitrag -->hier cklicken 02. Juni 2002, Tibicina haematodes (SCOP.) im NSG "Hammelsberg" bei Perl?

für den Beitrag -->hier cklicken 14. Mai 2002, Callistus lunatus bei Menningen (Sportplatz)

für den Beitrag -->hier cklicken 19. Mai 2002, Magerwiesen bei Buweiler nördlich Wadern mit Botrychium lunaria

für den Beitrag -->hier cklicken 18. Mai 2002, Der Teufel Phymata crassipes (FABR.) neu für das Saarland

für den Beitrag -->hier cklicken 01. April 2002, Lathraea squamaria bei Überlosheim

Didymodon glaucus neu für das Saarland.

mationen vorhanden!03. Feb. 2002, Felsen-Gelbstern (Gagea saxatilis) im NSG Mittagsfelsen"/Niederalben

 

2001

 

09. Aug. 2001, Geranium rotundifolium auf der Bergehalde der Grube Maybach

02. Aug. 2001, Linaria dalmatica willkommen im Saarland!

Juli 2001, Festuca heteropachys - zwei neue saarländischen Fundorte

31. Juli 2001, Prunella grandiflora blüht im NSG "Kalbenberg" bei Ballweiler

20. Juni 2001, fünf Anacamptis pyramidalis blühen am Autobahnzubringer in Saarwellingen

6. Mai 2001, Sphaerocarpos texanus neu für das Saarland und 7. Mai 2001 neu für Lothringen

1. Mai 2001, Orchis morio-Kartierung im Raum Schmelz

7. April 2001, interessante Spinnenbeoachtung (Troxochrus nasutus) an der Prims zwischen Dampflos und der Talsperre Nonnweiler

8. März 2001, Dipsacus pilosus im Ufersaum der Prims bei Hüttersdorf